Unwetterwarnung hessenschau
Der hr ist der erste Fernsehsender in Europa, der die Zuschauer vollautomatisch per Warnlogo warnt: hier in der "hessenschau" Bild © hr

Orkanböen in den Tälern oder ein halber Meter Schnee in nur zwölf Stunden – das sind Beispiele für schwere Unwetter der "Stufe 4". Als erster Sender in Europa warnt der Hessische Rundfunk auch im hr-fernsehen voll automatisiert vor solchen Unwettern. Dank einer Datenkrake.

Ab "Stufe 4" wird es ernst. Umso wichtiger ist es, dass die Programme und digitalen Angebote des Hessischen Rundfunks bei schweren Unwettern möglichst frühzeitig und zuverlässig warnen. Das passiert von nun an voll automatisch und noch schneller als früher. "Wenn uns heute eine Unwettermeldung erreicht, ist sie sofort online und alle Redaktionen sind informiert", sagt Silke Hansen, Leiterin der hr-Wetterredaktion. Bei Warnungen der Stufe 4 wird darüber hinaus umgehend ein Warnlogo ins laufende Fernsehprogramm eingeblendet, versehen mit einem Hinweis auf die Videotexttafel 888, auf der die entsprechende Warnung ausführlich nachzulesen ist. Diese Art der Vernetzung war Silke Hansens Idee. Umsetzen lässt sich so etwas heutzutage nur mit Hilfe von IT: Die Technik-Kollegen haben hierfür die sogenannte Datenmatrix entworfen.

Die Datenmatrix ist eine Art Datenkrake, die ständig alle möglichen Informationen aus dem Internet und beim Deutschen Wetterdienst einsammelt und an die verschiedenen Systeme und Ausspielwege des hr weiterleitet. "Das Geniale daran ist, dass wir uns die Informationen einmal holen und sie dann mehrfach verwerten", erklärt IT-Experte Mirko Zimmer.

Unwetter einsammeln und ausliefern

Die sogenannten "Auslieferer" leiten die Informationen in die jeweiligen Ausspielwege: Der Videotext-Auslieferer beispielsweise bestückt die entsprechenden Videotextseiten, wobei die Textfarbe der Unwetterstufe entspricht. Der hessenschau.de-Auslieferer übersetzt die Koordinaten in eine visuelle Information für die virtuelle Hessenkarte. Der E-Mail-Auslieferer versorgt die hr-Redaktionen.

Da die Verkehrs- und Nachrichtenredaktion nicht bei jeder kräftigeren Windböe direkt benachrichtigt werden müssen, sondern wirklich erst dann, wenn Gefahr im Verzug ist und die Hörer gewarnt werden müssen, tritt die automatisierte vorrangige Unwetterwarnung ab der Stufe 3 in Kraft. Dann werden die Videotextseite 100 und die Online-Seiten automatisch umgeschrieben. Ab Stufe 4 kommt das neue Flagschiff der Datenmatrix zum Einsatz: der Fernseh-Auslieferer. Der mischt eine Unwetterwarnung vollautomatisch direkt in das laufende Programm des hr-fernsehens. "Damit ist der hr der erste Fernsehsender in Europa, der die Zuschauer vollautomatisch per Warnlogo warnt", sagt Silke Hansen.

Neben der blitzschnellen Warnung wertet die hr-Wetterredaktion die eingesammelten Daten weiter aus: Die Unwetter werden regional, teilweise sogar lokal, herunter gebrochen, denn gerade auf kleinen Landstrichen oder in einzelnen Orten können sie eine akute Gefahr für "Leib und Leben" sein. Darüber berichten dann die Programme und digitalen Angebote des Hessischen Rundfunks.

Direkt zu den Unwetterwarnungen auf hessenschau.de