Monitore in der Wetterredaktion
Jede Menge Monitore: Blick in die Wetterredaktion Bild © hr/Miriam Schaefer

Wie wird beim Hessischen Rundfunk eigentlich das Wetter "gemacht"? Stehen die Moderatoren wirklich vor riesigen Wetterkarten, die sie mit ihren bloßen Armen verändern können? Ein Blick hinter die Kulissen.

Vorab etwas Geschichte: Seit März 1960 produziert der hr das "Wetter" für die "Tagesschau", mittlerweile sind viele Ausspielwege dazu gekommen: Neben dem Fernsehen – mit der "Tagesschau" dem Mittagsmagazin, der "hessenschau" sowie "hessenschau kompakt" und "alle wetter!" – auch die hr-Hörfunkprogramme, hessenschau.de, tagesschau.de und der hr-text.

Damit die Vorhersagen noch genauer sind und besser präsentiert werden können, wurden Anfang 2017 die Wettergrafik und die Wetterredaktion in der sogenannten Wetter-Unit gebündelt.

"Die Wetter-Unit ist ein voller Erfolg", schildert Redaktionsleiterin Silke Hansen. "Wir sitzen räumlich zusammen und arbeiten eng verzahnt: So können wir die Menschen noch schneller und besser informieren, was vor allem bei extremen Wetterlagen enorm wichtig ist – schließlich kann Wetter lebensgefährlich sein."

Fridolin Frosch in der Wetter-Unit
Grüße aus der „Wetter-Unit“: hr-Wetterfrosch Fridolin Bild © hr/Miriam Schaefer

Insgesamt besteht das Wetter-Team aus 25 Grafikerinnen und Grafikern sowie 35 weitere Kolleginnen und Kollegen – Moderatoren, Reportern, Redakteuren und Assistenten. Die Arbeit in der Wetter-Unit wird in insgesamt 23 Schichten pro Tag aufgeteilt. Raus kommen dabei zusammen 35 Minuten Fernsehprogramm, dazu die Onlineseiten und die Wetterberichte für die Radioprogramme des Hessischen Rundfunks.

Zu den Redakteuren gehören natürlich auch Meteorologen, die Zugriff auf die Prognosen verschiedener großer Wetter-Computer haben. Deren Berechnung ist die Basis der Vorhersage, und daraus werden auch die Vorlagen für die Grafik vorbereitet. In der Wetter-Unit entstehen auch die "dreidimensionalen Wolkenfilme". Sie wurden gemeinsam vom hr, dem Deutschen Wetterdienst und dem Fraunhofer Institut entwickelt und seitdem vom hr-Wetter-Team noch weiter optimiert.

Im Fernsehen kommt dann die "Green Screen"-Technik zum Einsatz. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Wetterkarte als Hintergrund einzublenden. Der Moderator selbst steht vor einer grünen Wand. Er wird von einer Kamera gefilmt, und alles, was grün ist, wird durch eine Grafik ersetzt, die vorher in einen Computer eingegeben wurde. Über einen Monitor, auf dem das "gemischte Ausgangsbild" liegt, kann der Moderator sich auf der Grafik orientieren, obwohl sie nur im Computer existiert.

Moderator Dieter Voss vor dem Green-Screen
Einsatz für das "ARD-ZDF-MittagsMagazin": Moderator Dieter Voss vor dem Green-Screen Bild © hr/Miriam Schaefer

Der Text der Wettervorhersage, den der Moderator vorher selbst geschrieben hat, ist auf einem weiteren Bildschirm eingeblendet. Zwar kann der Moderator den Text auch auswendig, aber um im richtigen Moment, die richtigen Grafiken im Hintergrund zu zeigen, müssen auch die Kollegen der Regie den Text mitlesen. Auf diese Weise können sie den Text verfolgen und im richtigen Moment, die richtigen Grafiken für die Fernsehzuschauer einblenden.