Ausstellung in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks in Frankfurt
Ausstellung in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks in Frankfurt, 2002 Bild © hr

Die Ausstellung "Legalisierter Raub" ist seit ihrer Eröffnung in Frankfurt 2002 sehr erfolgreich durch Hessen gewandert. Das Ausstellungsteam hat für jede Ausstellungsstation neue regionale Vitrinen erarbeitet, die sich mit der Geschichte des legalisierten Raubes vor Ort beschäftigen. Letzte Station wird vom 23. Mai bis 14. Oktober 2018 das Historische Museum Frankfurt sein.

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Fitz Bauer Institut, Frankfurt

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Waren es bei der Erstpräsentation 15 Vitrinen, die die Geschichten der Opfer erzählten, sind es heute weit über 80. Sie entstehen auf der Basis weiterer Recherchen und an manchen Orten oft in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie weiteren regionalen Partnern.

Geschichte der Tätergesellschaft

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Geschichtlicher Hintergrund
Materialien zur Ausstellung

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Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Gesetzen und Verordnungen, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten. Sie stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von den Opfer dieser Maßnahmen.

Ausstellungstafeln informieren  über die Geschichte der Tätergesellschaft, die mit einem Rückblick auf die Zeit vor 1933 beginnt: Die Forderung nach einer Enteignung der Juden gab es nicht erst seit der "Machtübernahme" durch die Nationalsozialisten. Sie konnten vielmehr auf weit verbreitete antisemitische Klischees zurückgreifen, insbesondere auf das Bild vom "mächtigen und reichen Juden", der sein Vermögen mit List und zum Schaden des deutschen Volkes erworben habe.

Ausstellungstafel
Ausstellungstafel zur 11. Verordnung nach dem Reichsbürgergesetz Bild © hr

Weitere Ausstellungstafeln zeichnen den Prozess der Ausplünderung in den Jahren ab 1933 nach – die Enteignung der jüdischen Bevölkerung durch Sondersteuern, Zwangsabgaben, Vermögenseinzug und schließlich die vollständige "Verwertung" des "verfallenen" Vermögens der Deportierten und Geflüchteten.

Der "deutsche Volksgenosse" als Profiteur

Um kooperierende Interessengruppen in Politik und Wirtschaft, aber auch um den "deutschen Volksgenossen" als Profiteur geht es in weiteren Abschnitten der Ausstellung.  Schließlich wird nach der sogenannten Wiedergutmachung gefragt: Wie ging die Rückerstattung vor sich, wie erfolgreich konnte sie angesichts der gesetzlichen Ausgangslage und der weitgehend ablehnenden Haltung der Bevölkerungsmehrheit sein?

Klavierauszug und andere liebgewonnene Dinge

In Vitrinen werden Objekte präsentiert, die wie durch ein Wunder erhalten geblieben sind und  die Geschichten der Opfer erzählen: von Erich Ochs aus Hanau, von Frieda, Julius, Leopold und Johanna Kahn aus Groß-Gerau, von Familie Popper aus Kassel, von Familie Grünebaum aus Espa und vielen anderen.

Stuhl aus dem Besitz von Artur Lauinger
Stuhl aus dem Besitz von Artur Lauinger Bild © hr

So erzählt beispielsweise ein Stuhl die Geschichte seines Besitzers Artur Lauinger.  Der Frankfurter Journalist wollte ihn im Sommer 1939 mit in die Emigration nach England nehmen, doch blieb er wegen des Kriegsausbruchs zusammen mit weiteren Möbeln im Lager einer Spedition stehen.

Gertrud Landsberg, ca. 1950
Gertrud Landsberg, ca. 1950 Bild © hr / Peter Cahn

Ein Klavierauszug etwa erzählt von den Freundinnen Tilly Cahn und Gertrud Landsberg: Nach Gertruds Emigration sollte ihr Umzugsgut – darunter auch ihre Noten - in Hamburg versteigert werden. Als Tilly Cahn davon erfuhr, erwarb  sie den Klavierauszug unter falschem Namen bei einem Hamburger Auktionator, weil sie wusste, dass das Herz ihrer Freundin besonders an den Noten hing.

Tilly Cahn, 1937
Tilly Cahn, 1937 Bild © hr / Peter Cahn

Tilly Cahns Sohn, Peter Cahn, der den Klavierauszug bis zu seinem Tod aufbewahrte, erzählte 2002 in einem Filminterview von seinen Erinnerungen an den legalisierten Raub. Es ist – wie auch die Interviews mit den Zeitzeugen Robert Goldmann, Zoya Fiedler, Wolfgang Lauinger und Charlotte Opfermann – an einer der Medienstationen der Ausstellung abrufbar.

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"Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945" ist eine Wanderausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Ausstellungsteam:
Ausstellungskonzept: Dr. Bettina Leder-Hindemith (Hessischer Rundfunk), Dr. Susanne Meinl, Katharina Stengel und Stephan Wirtz (Fritz Bauer Institut)
Grafische Gestaltung: Waldemar Bertsch und Bernd Claas (Hessischer Rundfunk)
Pädagogische Begleitung: Gottfried Kößler, Pädagogisches Zentrum Frankfurt

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Ausstellungsstationen

23. Mai bis 14. Oktober 2018
Historisches Museum Frankfurt

6. Februar bis 14. Mai 2017
Museumszentrum Lorsch

10. März bis 10. Mai 2016
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz und Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Mainz

10. November 2015 bis 28. Februar 2016
Odenwald- und Spielzeugmuseum Michelstadt

25. Januar bis 19. April 2015
Stadt- und Industriemuseum, Rüsselsheim
Kunstforum Mainturm, Flörsheim am Main

15. September bis 30. November 2014
Kurhaus Bad Vilbel

17. Januar bis 5. Juni 2014
Gedenkstätte KZ Osthofen

3. Juni bis 10. November 2013
Dreieich Museum, Burg Hayn

24. bis 26. April 2013
Hessischer Landtag, Wiesbaden

17. Januar bis 7. April 2013
Regionalmuseum Wolfhager Land

18. April bis 1. Juli 2012
Butzbach, Museum der Stadt Butzbach

2. September bis 30. November 2011
Gelnhausen, Main-Kinzig-Forum

8. November 2010 bis 27. März 2011
Korbach, Wolfgang-Bonhage-Museum

12. März bis 22. Oktober 2010
Rotenburg an der Fulda, Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz

10. Januar bis 24. Februar 2008
Limburg, Kunstsammlungen der Stadt Limburg

16. April bis 31. Mai 2007
Felsberg / Schwalm-Eder-Kreis, Drei-Burgen Schule

9. Oktober bis 19. November 2006
Hanau, Foyer Neustädter Rathaus

27. April bis 9. Juli 2006
Groß-Gerau, Stadtmuseum

19. Januar bis 16. März 2006
Friedberg, Wetterau-Museum

11. Mai bis 11. September 2005
Berlin, Deutsches Historischen Museum

16. Februar bis 3. April 2005
Offenbach am Main, Klingspor Museum

5. November bis 4. Dezember 2004
Wiesbaden, Ministerium für Wissenschaft und Kunst

2. September bis 15. Oktober 2004
Wetzlar, Hessenkolleg

16. Mai bis 20. Juni 2004
Kassel, KulturBahnhof

12. Februar bis 21. März 2004
Fulda, Vonderau Museum

4. Juni bis 18. Juli 2003
Darmstadt, Hessisches Staatsarchiv, Haus der Geschichte

5. Februar bis 12. März 2003
Gießen, Georg-Büchner-Saal der Justus-Liebig-Universität

5. Dezember 2002 bis 28. Januar 2003
Marburg, Universitätsbibliothek

28. Mai bis 28. Juni 2002
Frankfurt am Main, Goldhalle im Hessischen Rundfunk

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