Hüter der ARD-Aussprachedatenbank Roland Heinemann
Hüter der ARD-Aussprachedatenbank Roland Heinemann Bild © hr/Ben Knabe

Sie umfasst 380.000 Namen und Begriffe, ist eine wertvolle Unterstützung für jeden Moderator in Deutschland, Österreich und in der Schweiz und wird jetzt 20 Jahre alt: die ARD-Aussprachedatenbank.

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Der Zeichner der weltberühmten Comic-Figur Asterix wird 90 – aber wie spricht man Albert Uderzo korrekt aus? Die ARD-Aussprachedatenbank unter Roland Heinemann (Foto) gibt Auskunft: schriftlich (All’bähr Üddärr’so / s = weich) und mit sonorer Stimme gesprochen im Audio. Am Freitag, 12. Mai, wird die beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main angesiedelte ARD-Aussprachedatenbank 20 Jahre alt.

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Screenshot der ARD-Aussprachedatenbank

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Was mit einer auf diverse Redaktionen verteilten Karteikarten-„Datenbank“ begann, nahm im Frühjahr 1997 beim Hessischen Rundfunk digitale Formen an. Schließlich ist von professionellen Sprechern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und im Radio der ARD zu erwarten, dass sie selbst die schwierigsten Namen und Begriffe richtig aussprechen. 380.000 Namen und Begriffe umfasst die ARD-Aussprachedatenbank heute, und es werden täglich mehr. Und weil sie so umfassend, verlässlich und praktisch ist, wird sie inzwischen auch von Deutschlandradio, Arte, ZDF, dem österreichischen ORF, dem schweizerischen SRF und RAI in Südtirol genutzt.

„Hüter“ der Datenbank ist ebenfalls seit 20 Jahren Roland Heinemann, von Hause aus Moderator und Sprachliebhaber. Er hat die Datenbank mit gegründet und aufgebaut. Er und sein Team reagieren auf Anfragen, recherchieren aber auch proaktiv: Bei anstehenden Wahlen im Ausland oder bei Olympischen Spielen beispielsweise fahnden sie nach schwierigen Namen und klären die Aussprache. Für eine Fernsehdokumentation über die kalifornischen Channel Islands mussten 48 Namen recherchiert werden, bevor der Sprecher ins Studio ging.

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zum Video Helfer in der Not - die ARD-Aussprachedatenbank

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Was sich so einfach anhört, ist es aber bei Weitem nicht. „Oft wenden wir uns an die betreffenden Personen selbst“, so Roland Heinemann. „Politiker und Künstler sagen uns persönlich, wie ihre Namen ausgesprochen werden, wir fragen bei Botschaften und wissenschaftlichen Einrichtungen nach oder bitten unsere Auslandskorrespondenten, uns bei der Recherche fremdsprachlicher Ausdrücke zu unterstützen.“ Hinzu kommen Muttersprachler aus aller Herren Länder, Übersetzungsbüros und ausländische Sender - rund 1500 Informanten zählt das Team um Roland Heinemann. Schließlich wird in Tonarchiven gestöbert. „Die Hessen sagen gerne zum ehemaligen Zoodirektor Grzimek ‚Tschimek‘. In einem Interview sagte er aber einmal, dass sein Name ganz weich ‚Gschimek‘ auszusprechen sei. Er legte Wert auf den polnischen Ursprung“, erklärt Roland Heinemann. Im Allgemeinen gilt bei fremdsprachlichen Namen oder Begriffen der Grundsatz: So original wie möglich und so deutsch wie nötig. Und wenn wieder einmal der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausbricht, katapultiert sich „Äijjaffjaddlajjöhküddl“ in Minutenschnelle wieder in die Top Ten der ARD-Aussprachedatenbank.

+++ Das Video zur ARD-Aussprachedatenbank zur freien Verwendung kann unter Tel. 069/155-4954 angefordert werden +++

Bettina Kübler
Bettina Kübler Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferentin Sonderprojekte
Bettina Kübler
Telefon: +49 (0)69 155-2782
E-Mail: bettina.kuebler@hr.de oder hr-pressestelle@hr.de