Kim Arnold aus Weimar bei Marburg hat ihre linke Hand durch eine Thrombose-Erkrankung verloren
Kim Arnold aus Weimar bei Marburg hat ihre linke Hand durch eine Thrombose-Erkrankung verloren Bild © hr

Seit nunmehr 13 Jahren hilft das Landesmagazin „defacto“ den Zuschauern des hr-fernsehens im Kampf gegen Behörden. Ob Ärger mit Ämtern, Krankenkassen oder öffentlichen Einrichtungen – schon über 350 Mal konnte die Redaktion in der Rubrik „Jetzt reicht’s!“ Zuschauern zu ihrem Recht verhelfen. In der 45-minütigen Sonderausgabe „defacto spezial – Jetzt reicht‘s!“ zeigt das hr-fernsehen am Mittwoch, 31. Mai, um 21.45 Uhr drei besonders bewegende Fälle.

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Die junge Mutter etwa, die nach ihrer Schwangerschaft eine Hand verliert. Wickeln, Dosen öffnen, Auto fahren – nichts kann sie mehr alleine. Die Lösung: eine elektrische Handprothese. Doch die Krankenkasse spielt nicht mit. Oder die Mutter einer jungen Autistin, die ihren Job aufgeben muss und mit dem Amt um finanzielle Unterstützung kämpft. Oder die 77-Jährige, die im Zweiten Weltkrieg verschüttet wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt. Wenn ihr der Wind um die Nase weht, fühlt sie sich frei. Doch um das zu erleben, ist sie auf einen speziellen Rollstuhl angewiesen, den ihr die Krankenkasse nun nicht weiter bezahlen will.

Keine Handprothese für junge Mutter aus Weimar bei Marburg

Kim Arnold aus Weimar bei Marburg ist Mitte 20, hat ihre linke Hand durch eine Thrombose-Erkrankung verloren. Das passierte während ihrer Schwangerschaft. Jetzt ist es schwierig, ihre kleine Tochter mit nur einer Hand gewissenhaft zu versorgen. Deshalb hat Kim Arnold bei ihrer Krankenkasse, der Barmer, einen Antrag auf eine Handprothese gestellt. Die Uniklinik Heidelberg, bei der Kim Arnold in Behandlung ist, empfahl ihr eine myoelektrische Handprothese im Wert von 55.000 Euro. Sie ist wesentlich beweglicher als das herkömmliche Standardmodell. Kim Arnold wäre damit voll einsatzfähig. Doch die Barmer hat den Antrag abgelehnt, der medizinische Dienst hält den Einsatz dieses Modells für verfrüht. Stimmt das, oder ist das nur eine verschleierte Kostenersparnis? „defacto“ schaltet sich ein und schafft es, die Barmer zu überzeugen.

Kein Straßenrollstuhl für Hedda Müller aus Rödermark

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Hedda Müller aus Rödermark leidet unter schweren epileptischen Anfällen

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Mit vier Jahren wurde Hedda Müller bei einem Bombenangriff auf ihre Heimatstadt Hildesheim verschüttet. Sie überlebte trotz schwerer Hirnverletzungen. Doch als Spätfolge leidet sie auch heute noch unter schweren epileptischen Anfällen. Sie hat keine motorischen Fähigkeiten mehr, kann kaum mehr greifen und nicht mehr laufen. Deshalb ist sie auf Elektrorollstühle angewiesen. Einen braucht sie für innen, um sich in ihrer Wohnung in Rödermark bewegen zu können. Doch dieser Rollstuhl ist nicht für außen geeignet. Der Außenrollstuhl, den sie braucht, um am Alltagsleben teilzunehmen, passt allerdings nicht in ihre Wohnung. Sie braucht daher zwei Rollstühle. Doch jetzt will die Krankenkasse nur noch einen genehmigen. Hedda Müller ist verzweifelt und wendet sich an „defacto“. Die Redaktion hakt nach bei der Techniker Krankenkasse in Frankfurt, nur zwei Wochen später ist der Rollstuhl bewilligt.

Keine Grundsicherung für alleinerziehende Mutter aus Königstein

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Silke Prosser aus Königstein ist geistig behindert und Autistin

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Marion Prosser (59) aus Königstein ist alleinerziehende Mutter. Ihre Tochter Silke ist geistig behindert und Autistin. Vor Kurzem fand Marion Prosser für Silke ein passendes Heim an der Nordsee. Doch bevor Silke dort einziehen konnte, lebte sie noch zwei Monate bei der Mutter. In dieser Zeit kümmerte sich Marion Prosser rund um die Uhr um ihre Tochter. Daher konnte sie nicht arbeiten und musste in dieser Zeit ihre Boutique schließen. Eigentlich hätte sie daher für diese Zeit Anspruch auf Grundsicherung in Höhe von 518 Euro im Monat. Doch das zuständige Landratsamt in Bad Homburg stellte sich quer. Jetzt reicht’s! „defacto“ fragte beim Amt nach, nach erneuter Prüfung bewilligte es nun rückwirkend für zwei Monate den Antrag. Und: „defacto“ besuchte Tochter Silke in ihrer neuen Unterkunft an der Nordsee.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de