Die Werft – Die Studiobühne in der JVA Wiesbaden
Die Werft – Die Studiobühne in der JVA Wiesbaden Bild © hr/Simon Hegenberg

Ein ungewöhnliches Theaterprojekt in Wiesbaden, ein unterhaltsamer Jahresrückblick in der Caricatura in Kassel, die Star-Organistin Iveta Apkalna zu Gast in Frankfurt und ein Museums-Check in Büdingen – das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 7. Dezember, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen.

„Die Räuber“ im Gefängnis: Junge Straftäter machen in Wiesbaden Theater

Download

Download

zum Download Foto: "Die Werft" – die Studiobühne in der JVA Wiesbaden

Ende des Downloads

So hat man „Die Räuber“ von Friedrich Schiller noch nicht gesehen: Das über 230 Jahre alte Drama wird in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden aufgeführt – und die Rollen übernehmen junge Insassen. Es ist die Geschichte von Karl Moor und seinen Kumpanen – eine Räuberbande, die mordend und brandschatzend durch die Lande zieht. Die Inszenierung in Wiesbaden trägt den Untertitel „Ein Dokumentardrama“ – denn es soll auch um einen Einblick in das „Seelenleben der Räuber von heute“ gehen. In Filmszenen erzählen die Schauspieler von ihrem eigenen Werdegang, schmücken diesen aber auch aus, um die Zuschauer im Ungewissen zu lassen: Was ist Wahrheit, was Fiktion? Ein spannender Theaterabend. Aber was macht das Projekt mit den jungen Straftätern? Was sagt das Drama aus dem 18. Jahrhundert den jungen Männern? Können sie da etwas für sich selbst herausziehen? Kann ihnen das Theater zurück in ein „normales“ Leben helfen? Das ist zumindest die Idee von „Die Werft“ – deutschlandweit die erste Studiobühne in einer Justizvollzugsanstalt. Ziel ist, die Häftlinge davon abzuhalten, nach ihrer Entlassung wieder straffällig zu werden. „Hauptsache Kultur“ ist bei Proben und einer Aufführung in der JVA Wiesbaden dabei und schaut, was das Theaterspielen mit den jungen „Räubern“ macht. Die nächste Vorstellung ist am 14. Dezember zu sehen.

Trump, Homo-Ehe und Diesel-Affäre: Jahresrückblick 2017 mit den besten Cartoons

Was für ein Jahr für Karikaturisten! „The Donald“ twittert aus dem Weißen Haus, der Veganismus greift um sich, und Christian Lindner hat seinen großen Auftritt bei Fluch und Segen der Karibik … Die Jury der Caricatura in Kassel hat die besten Cartoons 2017 ausgewählt und zeigt sie ab 8. Dezember in Kassel. Die Bilder von insgesamt 83 Cartoon-Künstlern aus der ganzen Welt setzen sich mit den wichtigsten Ereignissen und Trends 2017 auseinander: frech, böse, komisch. Mit dabei auch Werke der deutschen Cartoonistin Miriam Wurster. Sie zeichnet unter anderem für Stern, Titanic, taz und Charlie Hebdo und ist eine der wenigen Frauen, die beim Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet wurden. „Hauptsache Kultur“ hat Miriam Wurster in ihrem Atelier getroffen und lässt sich die Geschichten hinter ihren Bildern erzählen – und fragt: Waren die Ereignisse des Jahres Fluch oder Segen für die Cartoon-Szene?  

Orgel-Gipfel in Frankfurt: Star-Organistin Iveta Apkalna spielt mit dem hr-Sinfonieorchester

Die Orgel mit ihren Hundertschaften aus blitzenden Pfeifen ist ein spektakuläres Instrument – die „Königin der Instrumente“. Für Iveta Apkalna, Star-Organistin von der Hamburger Elbphilharmonie, allerdings eher der „König“. Für sie ist die Orgel männlich. Die junge Lettin ist eine der besten Orgelvirtuosen Europas und eine der wenigen Frauen, die sich in die erste Reihe gespielt haben. Prädestiniert also dafür, das aufregende neue Orgelkonzert von Peter Eötvös zu interpretieren. „Multiversum – Konzert für zwei Orgeln und Orchester“ heißt das neue Werk des ungarischen Komponisten und Dirigenten, das jetzt zusammen mit dem Organisten László Fassang und dem hr-Sinfonieorchester am 8. Dezember in der Frankfurter Alten Oper aufgeführt wird. Zwei Orgeln? Wie geht das? Und was hat es mit dem „Multiversum“ auf sich? „Hauptsache Kultur“ war bei den Proben dabei und hat sich in das Geheimnis des Orgel-Gipfels einweihen lassen.

Museums-Check: Das 50er-Jahre-Museum in Büdingen

Nierentischchen und 50er-Jahre-Plattenspieler – mitten in der Büdinger Altstadt, im 50er-Jahre-Museum. Hier kann der Besucher gesammelte Relikte des Wirtschaftswunder-Jahrzehnts bestaunen. Vom 50er-Jahre-Friseursalon bis zur Milchbar. Die Dauerausstellung steht unter dem Motto „Erleben – Staunen – Erinnern“. Aber lässt sich der Geist der 50er-Jahre wirklich in einem Museum spüren? Der Mix von spießiger Bürgerlichkeit und Aufbruchsstimmung? Was erwartet den Besucher in Büdingen? „Hauptsache Kultur“ macht den Museums-Check.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de