Karl Heinz Götze, Autor des Buches "Was aus der Heimat wurde, während ich lange weg war"
Karl Heinz Götze, Autor des Buches "Was aus der Heimat wurde, während ich lange weg war" Bild © hr/S. Fischer Verlage/Privatfoto

Ein Fazit nach 100 Tagen documenta, die Rückkehr eines Nordhessen in seine Heimat Hofgeismar nach 40 Jahren Frankreich und eine Beobachtung über die Errungenschaften der 68er – das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 28. September, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen.

Rückkehr nach Hofgeismar – Wie ein Nordhesse, der sein halbes Leben in Frankreich verbrachte, heute auf seine nordhessische Heimat blickt

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Nach fast vierzig Jahren ist er zurückgekehrt: Karl Heinz Götze, emeritierter Hochschulprofessor aus Aix-en-Provence. Vor 70 Jahren kam er in Hofgeismar zur Welt, hinein geboren in eine Arbeiterfamilie. Der Vater war Eisenbahner, die Mutter Hausfrau, es musste täglich gespart werden, es gab keinen Urlaub, kein Essengehen. Trotzdem, so erzählt Götze, habe er sich nie arm gefühlt. Alle in seiner Umgebung lebten damals so. Dennoch zog es ihn weg, raus aus der kleinbürgerlichen Enge seiner Familie und der nordhessischen Kleinstadt. Als einziges Arbeiterkind schaffte er es aufs Gymnasium, machte Abitur, studierte in Marburg und wurde schließlich in Südfrankreich Professor für deutsche Literatur und Zivilisation. Nun hat er ein eindringliches Buch über seine Rückkehr und seinen Heimatort geschrieben: „Was aus der Heimat wurde, während ich lange weg war“. Wie betrachtet der Rückkehrer nach so vielen Jahren in Frankreich seine alte Heimat? Wie hat sich das Leben in der nordhessischen Provinz verändert, und was verrät das über die Gesellschaft in Deutschland? „Hauptsache Kultur“ hat Karl Heinz Götze in Hofgeismar getroffen und ihn an die Orte seiner Kindheit und Jugend begleitet.

Der Rausch ist vorbei – Wie geht es den Kasselanern nach der documenta und was hilft gegen Katerstimmung und Millionendefizit?

Nach 100 Tagen heißt esnun wieder: Das Fest ist vorbei, der Alltag hat Kassel wieder. Die documenta-Stadt, in der bis vor Kurzem noch die Welt zu Gast war, ist an ihre Einwohner zurückgegeben. In Wehmut mischt sich Katzenjammer wie nach einer durchzechten Nacht. Die meisten Kunstwerke sind abgebaut, und das stadtumspannende Partygelände ist aufgeräumt. Und dann noch das: Wie konnten bloß sieben Millionen Euro versenkt werden und der documenta nachträglich Häme einbringen? „Hauptache Kultur“ zieht nach 100 Tagen documenta durch Kassels Straßen und fragt Kunstfreunde, Gastronomen, Geschäftsleute und Taxifahrer, wie sie nun die Zeit nach dem documenta-Rausch erleben.

„Das Jahr der Revolte“ – Gehören die Errungenschaften der 68er-Bewegung auf den Müllhaufen der Geschichte, oder müssen wir gerade jetzt wieder dafür kämpfen?

Nur wenige Jahreszahlen sind in Deutschland mit einem solchen Mythos behaftet wie 1968. Und gerade Frankfurt spielte im Kampf für mehr Freiheit eine bedeutende Rolle: die Goethe-Universität mit Bannern und Plakaten verhängt, als Zeichen des Studentenprotestes. Großdemonstrationen auf dem Römerberg. Straßenschlachten vor der Paulskirche. Alles Relikte der Vergangenheit? Von wegen! Das Thema sei aktueller denn je, sagen der Journalist Claus-Jürgen Göpfert und der Politiker Bernd Messinger, die jetzt ein Buch über die 68er-Bewegung verfasst haben. Sie wollen damit auffordern, sich wieder für die Errungenschaften der 68er einzusetzen, für Werte wie die Selbstbestimmung der Frau, die sexuelle Freiheit oder den Schutz von Minderheiten; all das werde bedroht  durch rechtspopulistische Parteien, die inzwischen in ganz Europa versuchen, die offene Gesellschaft umzuwandeln. „Hauptsache Kultur“ hat die beiden Autoren getroffen, mit ihnen über ihr Buch und darüber geredet, wie die Gesellschaft vor der Studentenbewegung aussah, wie sie verändert wurde und wofür es sich heute wieder zu kämpfen lohnt.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
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