René Rock und Ute Wellstein
Ute Wellstein interviewt den FDP-Fraktionsvorsitzenden René Rock im Klostergarten in Seligenstadt Bild © hr/Lukas Lowack

Der FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock hat sich im Sommerinterview des hr-fernsehens offen für neue Koalitionen in Hessen gezeigt.

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„Die FDP war mal sehr nah an der Union, und jetzt sind wir nicht mehr so nah an der Union. Das ist aber nicht, dass wir die Union ablehnen, das ist eine normale Distanz, wie das in anderen Landesverbänden auch ist. Das ist nicht mehr unser allererster Partner; es kommt auf die Inhalte an: Wer mit uns frühkindliche Bildung und Infrastruktur nach vorne bringt, kann unser Partner sein, und wer das nicht will, kann nicht unser Partner sein.“

Rock will der FDP ein sozialeres Gesicht geben und neben dem klassischen FDP-Thema Wirtschaft einen zweiten Schwerpunkt auf die Förderung der frühkindlichen Bildung legen. Er fordert für Hessen eine „Agenda“: „Wir haben ein Land, das gut dasteht, aber wir haben auch riesige Aufgaben. Hessen braucht eine neue Agenda, die uns für 2030/35 fit macht. […] Da gibt es drei Bereiche: Da ist die Bildung mit dem Schwerpunkt frühkindliche Bildung; es gibt die Wirtschaft, da müssen wir unsere Industrie fit machen, Energiepolitik, Infrastruktur; und zuletzt die Digitalisierung, das ist ein ganz wichtiges Thema. Wir haben die besten Möglichkeiten, das ist eine Riesenchance, da müssen wir nach vorne gehen.“

Die Niederlage bei der vorigen Bundestagswahl und der knappe Einzug mit 5,0 Prozent in den Hessischen Landtag habe die Partei verändert: „Es hat jeden ja persönlich betroffen. Ich bin damals ins Bett gegangen und war kein Abgeordneter mehr, und ich bin morgens aufgestanden und war wieder im Hessischen Landtag. Das nimmt man mit, das behält man immer im Kopf. Ich glaube auch, dass das in der FDP einiges verändert hat im Bewusstsein und auch im Umgang miteinander und vor allem im Umgang mit anderen Fraktionen. Ich bin sicherlich kein Fan der Linkspartei in Hessen, aber ich würde mich nicht freuen, wenn sie aus dem Landtag fallen würde. Man sieht die Dinge dann anders.“

Und schließlich gestand er: „Ich würde lieber mit Thorsten Schäfer-Gümbel als mit Volker Bouffier einen Kaffee trinken: Volker Bouffier redet zu viel, und Thorsten Schäfer-Gümbel hört auch mal zu."

Das Interview führte Ute Wellstein, Leiterin des hr-Fernsehstudios im Landtag. Eine Zusammenfassung des Gesprächs zeigt die „Hessenschau“ am heutigen Sonntag um 19.30 Uhr. Das gesamte Interview strahlt das hr-fernsehen am Montag, 3. Juli, um 22.45 Uhr aus.