Der Fußballspieler Thomas Berthold in der Sendung "Heimspiel!"
Fußball-Weltmeister Thomas Berthold im "Heimspiel!" im hr-fernsehen Bild © hr

Fußball-Weltmeister Thomas Berthold hat sich gegen den Video-Schiedsrichter in seiner jetzigen Form ausgesprochen. "Wir müssen das Spiel einfach halten", sagte er am Montagabend im "Heimspiel!" im hr-fernsehen.

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"Ich würde es reduzieren auf den Strafraum. Alles, was außerhalb davon passiert, sollte nur dem Schiedsrichter überlassen sein. Klar gibt es auch mal Fehler, das sind alles nur Menschen. Aber ich würde es auf den 16-Meter-Raum begrenzen, dann hätten wir weniger Diskussionen." Eine Hilfe sei der Videoassistent aber. "Er kann sich alles auf dem Bildschirm in Zeitlupe anschauen. Das kann der Schiedsrichter auf dem Platz gar nicht so schnell wahrnehmen. Was ich nur nicht verstehe, warum der wiederum einen Supervisor braucht. Wenn ich vor dem Bildschirm stehe, sehe ich den Elfmeter, da brauche ich keinen Supervisor. Er muss einfach seinem Kollegen auf dem Feld nur ein Signal geben, um ihn zu stärken, und sagen: 'Geh vor den Bildschirm, schau es dir in Ruhe an, und dann entscheidest du.' Wo ist da das Problem?"

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Sportanwalt Christoph Schickhardt in der Sendung "Heimspiel!"

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Auch Sportanwalt Christoph Schickhardt kritisierte den Videobeweis. "Fußball lebt von Diskussionen und von einfachen Regeln." Problematisch sei der Videobeweis nicht nur für die Spieler und Zuschauer: "Der Schiedsrichter ist der Betroffene. Dessen Autorität muss gewahrt bleiben. Im Moment sehe ich die Schiedsrichter verunsichert." Allerdings sei das Spiel insgesamt gerechter geworden. Trotzdem seien Partien bereits frühzeitig durch Fehlentscheidungen der Video-Assistenten entschieden worden: "Die Schiedsrichter haben Gesamteindrücke, die der Assistent in den Kellern in Köln nicht haben kann. Ihnen fehlt dort das Gespür für die Situation."

Schickhardt: Bei Beleidigungen Spiel nicht anpfeifen

Lob hatte Sportanwalt Christoph Schickhardt dagegen für den Ansatz von DFB-Präsident Reinhard Grindel, den Dialog mit den Fangruppen zu suchen. "Ich finde die Idee absolut richtig und mutig. Es ist der einzige Weg, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich wünsche mir, dass Herr Grindel damit Erfolg hat. Ich bin als Anwalt aber immer etwas skeptisch. Am Ende wird ein ganz kleiner Rest bleiben, der den Dialog nicht will. Die anderen müssen wir für uns gewinnen." Schickhardt verteidigte seine Forderung, ein Spiel nicht anzupfeifen, wenn es zum Beispiel verunglimpfende Banner gibt. "Ich meine, dass ein Fußballspiel nicht stattfinden kann, wenn da zum Beispiel Plakate hängen, die Ralf Rangnick zum Selbstmord auffordern. Wenn ich Schiedsrichter, Spieler, DFB-Präsidenten persönlich und aufs Gröbste beleidige, kann ein Fußballfest nicht stattfinden." Hier seien auch die Zuschauer gefordert. "Da müssen die Fans den anderen Fans sagen: 'Lass das! Wir sind hier und wollen Fußball und fairen Sport sehen.'"

Zitate frei bei Nennung der Quelle „Heimspiel! im hr-fernsehen“. Mehr Sport und Informationen unter hessenschau.de/sport.

Michael Draeger
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail: michael.draeger@hr.de