Wilde Camper: Die Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke
Wilde Camper: Die Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke Bild © hr/Marco Möller

Ein Beruf mit uralter Tradition: Untertage, ohne Tageslicht, aber mit einem Zusammenhalt, wie es ihn in kaum einem anderen Beruf gibt.

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Doch es kriselt in Hessens letztem großen Bergbaurevier: Wenn K+S schwächelt, spürt das die ganze Region. Die Menschen: hin- und hergerissen zwischen der Liebe zum Beruf und der Verschmutzung ihrer Heimat. Die hr-Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke gehen der Sache auf den Grund: Als „Wilde Camper“ haben sie sich auf den Weg gemacht nach Heringen (Werra) und fragen ganz provokativ nach der Zukunft der Region. Was fasziniert die Menschen am Bergbau? Wie groß ist der Zusammenhalt wirklich? Und welche Zukunftschancen hat eine Region, die am Tropf eines einzigen Arbeitgebers hängt? Antworten auf all diese Fragen gibt es am Dienstag, 26. September, um 21 Uhr im hr-fernsehen bei „Wilde Camper“.

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Wilde Camper: Die Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke in Heringen

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Wie es sich für echte Camper gehört, reisen die beiden mit eigenem Wohnwagen an – und der dient nicht nur als Fernsehstudio, in ihm wird auch gekocht, musiziert und vor allen Dingen eifrig diskutiert: Die „Wilden Camper“ unterhalten sich mit Familie Pfaff aus Heringen, die in sechster Generation untertage arbeitet, über Leidenschaft und Bergmannsstolz, lassen Bergbaukritiker Klaus Reinhardt von der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“ zu Wort kommen und fragen Zukunftsforscher Kamerun Sezer nach Konzepten für die Zukunft und Chancen für die Region. Und auch Bürgermeister Daniel Iliev lässt es sich nicht nehmen, bei den „Wilden Campern“ vorbeizuschauen – zumindest zugeschaltet per Monitor. Für Musik sorgt neben einer Bergmannskapelle inklusive Chor auch der nordhessische Partysänger Reiner Irrsinn, und zur Stärkung für alle wird ein Tscherper-Frühstück zubereitet, ein rustikales Bergmannsgericht.

Am Ende steht – wie beim echten Campen – natürlich die spannende Frage: Wollen die „Wilden Camper“ hier bleiben? Können die Menschen in Heringen die beiden überzeugen, dass das Leben hier lebenswert ist?

Drei Fragen an die „Wilden Camper“:

Was ist der „rote Faden“, der sich durch die Sendung zieht?

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Die Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke.

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Daniel Mauke: Es geht in Heringen viel um Traditionen und Zusammenhalt. Die Bergmänner halten zusammen, komme, was da wolle, das haben wir gemerkt. Aber eigentlich haben sie große Sorgen: Abgesehen davon, dass der Kali-Bergbau in rund 30 Jahren in Heringen zu Ende sein wird, stehen sie natürlich immer zwischen den Stühlen – Umweltschutz auf der einen Seite, Einkommen und Liebe zum Beruf auf der anderen Seite.

Julia Tzschätzsch: Die große Frage: Was passiert mit der Region, wenn K+S irgendwann nicht mehr ist? Der Düngemittelhersteller ist der große Arbeitgeber in der Region – hat er Schwierigkeiten, bekommen es Tausende Mitarbeiter zu spüren, z. B. durch Kurzarbeit im vergangenen Jahr. 2060 wird gar nichts mehr gefördert werden, dann sind die Kali-Vorkommen erschöpft. Was wird dann aus Heringen und den Menschen?

Was hat euch während der Dreharbeiten am besten in Heringen gefallen, was war euer persönlicher „Aha-Effekt“?

Daniel Mauke: Es war beeindruckend, wie sehr sie im Ort zusammengerückt sind, als sie gemerkt haben, dass wir sie auf die Probe stellen wollen. In der Sendung versuchen wir ja an Stellen zu bohren, die unangenehm sind: Das ist nicht nur das Thema Umweltverschmutzung und Angst vor Jobverlust. Wir haben auch das geliebte „Steigerlied“, eine Art Nationalhymne der Bergleute, als Partykracher umkomponieren lassen. Da brauchten manche starke Nerven – aber sie haben sich nicht unterkriegen lassen und ihren Ort verteidigt!

Julia Tzschätzsch: Sensationell war für mich, dass ich mit unter Tage durfte. Ich habe einen jungen Bergmann bei seiner Arbeit begleitet: Es war warm, an die 30 Grad, stickig, wegen der niedrigen Gänge sehr beklemmend, überall hingen Pin-up-Kalender ... ich war heilfroh, als ich später wieder ans Tageslicht kam. Und trotzdem: wegen der ungewöhnlichen Einblicke ein absolutes Journalisten-Highlight!

Geht ihr auch privat campen, oder war das eine Premiere für euch?

Julia Tzschätzsch: Früher habe ich mit meinen Eltern und Geschwistern viele Urlaube auf Campingplätzen verbracht – meine Eltern hatten ein Wohnmobil und sind damit durch halb Europa getourt. Im Moment arbeite ich noch daran, meinen Mann für einen Campingurlaub zu begeistern.  

Daniel Mauke: Als ich noch klein war, waren meine Eltern oft mit mir campen. Damals fand ich es toll. Dann war viele Jahre Camping-Pause, und jetzt bin ich froh, dass ich mal wieder Outdoor-Atmosphäre schnuppern durfte. Essen vom Campingkocher hat einfach viel Charme! Haha!

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de