Die Autorin Britta Boerdner
Autorin Britta Boerdner lässt Frank Zappa 1969 in der Wetterau stranden ... Bild © hr/Laura J. Gerlach

Ein fiktiver Aufenthalt Frank Zappas in der Wetterau, eine denkwürdige Elvis-Stele in Bad Nauheim und eine Matinee für die Pressefreiheit im Schauspiel Frankfurt – das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 18. Mai, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen.

Download

Download

zum Download Foto: Britta Boerdner

Ende des Downloads

„Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam“ - Auf Zeitreise in der Wetterau

Er braucht eine Verschnaufpause. Urlaub in Deutschland! Weit weg von Flower Power und dem aufreibenden Musikgeschäft in Los Angeles. Ein Ausflug verschlägt Frank Z. zufällig in die hessische Provinz, in die Wetterau. Doch ausgerechnet dort hat er einen Autounfall, der ihn zwingt, drei Tage zu bleiben. In ihrem neuen Roman „Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam“, begibt sich die Frankfurter Schriftstellerin Britta Boerdner auf Zeitreise, zurück ins Jahr 1969. Doch der Alltag in der Wetterau ist von den wilden Sechzigern noch weit entfernt. Im fiktiven Ort Randstetten sind die Menschen skeptisch allem Fremden gegenüber. Vor allem einem Musiker „mit Haaren so wild, wie sie keine Wetterauerin tragen würde“. Gerade deswegen aber verliebt sich die 17-jährige Ev in ihn. Und nicht nur ihr Leben, sondern auch das anderer Dorfbewohner ändert sich entscheidend durch die kurze Begegnung mit Frank Z. – übrigens kein Geringerer als Frank Zappa. „Hauptsache Kultur“ stellt den Roman vor und hat mit Britta Boerdner in Ranstadt Orte besucht, die sie beim Schreiben inspiriert haben.

Ist das Kunst, oder kann das weg? – Die Elvis-Stele in Bad Nauheim

Ein jeder kennt sie, die kuriosen – und häufig amüsanten – Geschichten von Kunstwerken, die nicht als solche erkannt und so zum Opfer übereifriger Putzkräfte wurden. Joseph Beuys‘ berühmt-berüchtigte „Fettecke“ ist sicherlich das prominenteste Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Künstler mit ihren Werken an einem allgemeinen, klassischen und vielleicht auch massenkompatiblen Kunstverständnis anecken. Frei nach dem Motto „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ begibt sich der Kunsthistoriker, Publizist und gebürtige Kasselaner Christian Saehrendt für „Hauptsache Kultur“ auf die Suche nach Kunstwerken im öffentlichen Raum. – In einer Straßenkurve in Bad Nauheim am Hotel Grunewald steht eine grabsteinähnliche schwarze Steinsäule. Und obwohl sie so altmodisch aussieht, ist sie ein zeitgenössisches Werk. Gemacht vom Bad Nauheimer Steinmetzen Heinrich Frank. Es ist ein Denkmal für Elvis Presley, der seine Militärzeit in Friedberg und Bad Nauheim verbracht hatte. Die Ähnlichkeit des Denkmals mit Elvis ist recht vage, und die TV-Moderatorin Frauke Ludowig tat die Stele bereits als „unschönes Denkmal auf einem Parkplatz“ ab. Aber ist das nicht zu kurz gegriffen? Liegt die Qualität dieses Werkes nicht ganz woanders?  Kunstexperte Christian Saehrendt nimmt das Elvis-Denkmal unter die Lupe: Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Der Fall Deniz Yücel – Eine Matinee für die Pressefreiheit im Schauspiel Frankfurt

Der Fall Deniz Yücel spiegelt wie kaum ein anderer die kritische Situation der Pressefreiheit in der Türkei wider. Seit Ende Februar sitzt der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent in Istanbul wegen des Vorwurfs von Terrorpropaganda und Volksverhetzung in Untersuchungshaft. Unterstützung erhält Yücel nicht nur aus seiner Heimatstadt Flörsheim, wo regelmäßig Mahnwachen stattfinden, sondern nun auch aus dem Frankfurter Schauspiel. Dort organisiert unter anderem der Autor Imran Ayata am 21. Mai eine sogenannte Matinee der Solidarität für Deniz Yücel und andere inhaftierte Journalistinnen und Journalisten in der Türkei. Bei der Veranstaltung lesen prominente Gäste, darunter auch der Satiriker Jan Böhmermann und Deniz‘ Schwester Ilkay Yücel, Texte des Journalisten, die von den Entwicklungen in der Türkei, aber auch von Fußball, Antisemitismus oder Rechtspopulismus handeln. Doch was versprechen sich die Organisatoren und Teilnehmer von der Lesung? Was kann in Deutschland für die inhaftierten Journalistinnen und Journalisten getan werden? Können solche Veranstaltungen etwas bewirken, oder sind sie doch eher kontraproduktiv und verschlechtern die Chancen für die Betroffenen in der Türkei, wieder frei zu kommen? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Unter dem Stichwort „#FreeWordsTurkey“ setzt er sich für die internationale Pressefreiheit ein. „Hauptsache Kultur“ spricht unter anderem mit Imran Ayata, Ilkay Yücel und Alexander Skipis vom Börsenverein und fragt nach, ob Aktionen wie im Schauspiel tatsächlich die Situation der Journalistinnen und Journalisten in der Türkei verbessern können.
Die Matinee „Wir wollen das Meer sehen. Deniz’i görmek istiyoruz.“ findet am 21. Mai um 11 Uhr im Schauspiel Frankfurt statt.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de