Der Autor und Historiker Yuval Noah Harari
Der Autor und Historiker Yuval Noah Harari Bild © hr/Ramy Zinger

Die Zeitenwende kommt, schneller als wir denken können. Größer, radikaler als die Industrielle Revolution, sagt der israelische Historiker Yuval Noah Harari in seinem neuen Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von morgen“.

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„ttt – titel, thesen, temperamente“ hat Yuval Noah Harari an seiner Universität in Jerusalem besucht und ihn nach seinen Erkenntnissen und den Möglichkeiten einer demokratischen Zukunftsentwicklung befragt. Die Sendung kommt am Sonntag, 30. April, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.35 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Evelyn Fischer.

Die digitale Transformation, der gesamte technologische Wandel führe nicht nur zu beschleunigten Innovationen unserer Lebensumstände, unserer Beziehungen, unserer Jobs und sogar unserer Körper – nein, so Harari, wir seien auf dem Weg zu einer neuen Spezies, dem „Homo Deus“, einem Supermenschen, Nachfolger des Menschen sozusagen, der Fähigkeiten erlangt, die in traditionellen Vorstellungen nur Göttern vorbehalten seien. Wir, die Krone der Schöpfung, Menschen wie du und ich – das war einmal. Mit Hilfe von Bioengeneering, Cyborgs und anorganischem Leben würde der „Upgrade“ zum Supermenschen vonstattengehen. Sie hätten physische und kognitive Fähigkeiten, die unseren heutigen weit überlegen wären. Besseres Gedächtnis, höhere Intelligenz, stärkere, widerstandsfähige Körper. „Ich glaube, dass die wichtigsten Produkte der Ökonomie des 21. Jahrhunderts nicht mehr Autos, Textilien und Esswaren sein werden“, so Harari, „sondern Körper und Gehirn und Bewusstsein, also künstliches Leben“.

Fragt sich nur, in welcher Gesellschaft die Supermenschen dann leben werden. „Vielleicht bewegen wir uns auf eine Zukunft zu, in der ein kleiner Teil der Menschheit gottähnliche Fähigkeiten erlangt, während die allermeisten Menschen zurückbleiben“, sagt Harari. Eine neue „Klasse der Nutzlosen“ könne entstehen, die mit einem universellen Basiseinkommen versorgt würden und deren Suche nach Lebenssinn mit Computerspielen in virtuellen Welten befriedigt werden könnte. Wer wissen wolle, wie es sei, wenn wir nicht mehr die dominante Spezies auf dem Planeten sein sollten, müsse sich nur unseren Umgang mit minderkomplexen Tieren betrachten. Horrorszenarien stehen da in Hararis prophetischen Analysen vor unserer Tür. Dabei könnte es das erste Mal in der Geschichte der Menschheit auch die Tür zum Paradies sein. Technologische Entwicklungen, die den Menschen von Hunger, Krieg, Krankheit und lästiger Arbeit befreien. Was zu einer menschwürdigen Entwicklung fehlt, ist eine wirkmächtige, eingreifende Politik, die tragbare Zukunftsentwürfe entwickelt. Visionen von hochentwickelten Gesellschaften, in denen Demokratie, Individualrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit die zentrale Rolle spielen. Statt technoiden Milliardären im Silicon Valley ihre fatale Vorstellung zu lassen, die Technologie selber würde eine menschliche Gesellschaft hervorbringen, müssten visionäre Politiker sich beispielsweise mit Yuval Noah Harari beschäftigen.

Außerdem bei „ttt“:

„Von Athen lernen“ – Krisenporno oder Kunstereignis? Ein Zwischenbericht von der documenta 14: „ttt“ sieht sich mit den beiden griechischen documenta-Künstlern Andreas Angelidakis und Alexandra Bachzetsis in Athen um und fragt, was können wir „Von Athen lernen“?

Wolfgang Tillmans – Der  große deutsche Fotokünstler in der Tate Modern in London: „ttt“ war mit Tillmans in London unterwegs und hat ihn in seinem Berliner Atelier bei den Vorbereitungen zu seiner kommenden Ausstellung in der Baseler Fondation Beyeler getroffen.

Was ist in Syrien wirklich los? – Michael Lüders und sein neues Buch „Die den Sturm ernten“: „ttt“ hat Lüders in Berlin getroffen und mit ihm über seine heiß diskutierten Thesen über die Ursachen des Syrien-Krieges gesprochen.

Chimäre einer Liebe – Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“: „ttt“ hat mit Volker Schlöndorff über seine große Männerfreundschaft zu Max Frisch und den persönlichsten seiner Filme gesprochen.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de