Roy Arundhati
Die indische Schriftstellerin Roy Arundhati im Gespräch mit "ttt" Bild © hr

Schon mit ihrem ersten Buch, „Der Gott der kleinen Dinge“, schrieb sich Arundhati Roy in den Olymp der bedeutendsten Schriftsteller weltweit. 20 Jahre hat sie ihre Fans seitdem auf den zweiten Roman warten lassen.

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Nun ist es so weit: „Das Ministerium des äußersten Glücks“ ist gerade erschienen und wurde schon jetzt zum internationalen Bestseller mit Übersetzungen in mehr als 20 Sprachen – und einer Nominierung für den Booker Preis. Schonungslos legt Arundhati Roy darin den Finger in die Wunden der indischen Gesellschaft: Gewalt gegen Frauen und religiöse Minderheiten, Landraub und militärische Großmannssucht. Sie nimmt den Leser mit auf einen Parforceritt durch die indische Geschichte der letzten 20 Jahre. Es ist ein düsterer Roman geworden, genauso düster,  wie sie das Land sieht: „In den 70 Jahren seit der Unabhängigkeit gab es keinen Tag, an dem die Armee nicht gegen die eigenen Bürger oder unsere Nachbarländer gekämpft hätte“, sagt Roy. Das neue indische Selbstbewusstsein und der Hindu-Nationalismus von Regierungschef Narendra Modi erinnern sie an den europäischen Faschismus der 30er Jahre. In ihrer Heimat wird sie jetzt als Staatsfeindin beschimpft. Dabei bleibt sich Arundhati Roy mit ihrem Roman selbst treu. Zehn Jahre lang hat sie an diesem provokanten Buch gearbeitet, parallel zu ihrem direkten – oft lautstarken – politischen Engagement. „Als  Frau wird man immer gleich als hysterisch bezeichnet, wenn man sich für etwas engagiert“, sagt sie. Das kümmere sie nicht. Denn sie kenne „keinen anderen Schriftsteller in Indien, der von so vielen Menschen umarmt wird. Das gibt mir Kraft“. Trotz oder gerade wegen aller Kritik: Arundhati Roy liebt ihr Land, und das vermittelt auch ihr Roman.

„ttt – titel, thesen, temperamente“ hat Indiens wichtigste Schriftstellerin in der Altstadt von Delhi getroffen. Die Sendung kommt am Sonntag, 3. September, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.10 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Max Moor.

Außerdem bei „ttt“:

„The End of Meat“ – Ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über die Folgen des Fleischkonsums: „ttt“ trifft Regisseur Marc Pierschel, der als Trendsetter seit 15 Jahren auf alle Fleischprodukte verzichtet und den heute niemand mehr für einen esoterischen Spinner hält.

„The Circle“ – Der prophetische Science-Fiction-Thriller von Dave Eggers über die „smarte Diktatur“ kommt ins Kino: „ttt“ geht der Frage nach, wie viel Realität die Science-Fiction-Geschichte schon heute abbildet, und unterhält sich mit dem Internet-Governance-Professor Wolfgang Kleinwächter darüber, wie man dieser dystopischen Vision entkommen kann.

Zeit für gesellschaftliche Zukunftsentwürfe! – Ein Zwischenruf von Richard David Precht: „ttt“ hat den Philosophen in Düsseldorf getroffen. Drei Wochen vor der Wahl diagnostiziert er einen Angststillstand in der Politik. Die wirklich drängenden Fragen würden tabuisiert. Dabei bräuchten wir dringend gesellschaftliche Zukunftsenwürfe, Utopien für das Leben nach der vierten industriellen Revolution.

Der Bilderjäger – Wie der Fotograf Stefan Draschan Beute im Museum macht: „ttt“ geht mit Draschan in Berlin auf Fotobeutefeldzug für seine fotografische Trophäensammlung „People matching Artworks“.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de