Der deutsche Journalist und Schriftsteller Axel Hacke
Der deutsche Journalist und Schriftsteller Axel Hacke Bild © hr/Thomas Dashuber

Mit seinem Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ hat Axel Hacke den Begriff des Anstands in die Diskussion um die Zukunft der Demokratie geworfen. Wie leben wir in aufwühlenden Zeiten, in denen die Grundlagen unseres bisherigen Zusammenlebens bedroht werden? In denen die Leitplanken und Grundwerte einer offenen Gesellschaft und liberalen Demokratie in Frage gestellt werden?

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„Anstand“ – dieser moralische, zunächst verstaubt klingende Begriff, der eher an die Regeln des Knigge als an radikales Demokratieverständnis denken lässt, ist trotz seiner Unschärfe ein taugliches hochaktuelles Instrument zur Verständigung über die Zukunft der demokratischen Kultur. Anstand verweist auf gemeinsame Werte, gemeinsame Verantwortung, das Gemeinwohl und den zugrunde liegenden Gesellschaftsvertrag. Anstand setzt zum Beispiel in der Demokratie ein Mindestmaß an Gleichheit und Gerechtigkeit voraus, ökonomische Ungleichheit – wie sie sich gerade in Deutschland und Europa entwickelt – hat den Verlust von Anstand zur Folge. Eine weitere Grundlage von Anstand sind die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und die universelle Gültigkeit der Menschenrechte. Aber mit den Debatten um Migration, flüchtende Menschen und Außengrenzen verschiebt sich gerade das Verständnis der Menschenrechte. Gelten sie nur noch für uns, innerhalb der europäischen Grenzen? Und wenn sie außen nicht mehr gelten, gelten sie dann innen noch?

„ttt – titel, thesen, temperamente“ hat mit Axel Hacke, dem Medienwissenschaftler und Philosophen Joseph Vogl und dem Soziologen Harald Welzer über Anstand gesprochen. Eine moralische Debatte über die Fragen, auf die es wirklich ankommt. Die Sendung kommt am Sonntag, 10. Dezember, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Max Moor.

Außerdem bei „ttt“:

Paradise Papers – war da was? „Warum wir uns die Reichen nicht leisten können“: „ttt“ im Gespräch mit Andrew Sayer, britischer Professor für Politische Ökonomie, und dem deutschen Eliteforscher Prof. Michael Hartmann.

Wie wollen wir wohnen? – Der Stararchitekt und Zukunftsbauer Ole Scheeren: „ttt“ hat den deutschen Architekten und Erschaffer des „World Building of the Year 2015“ in seinem Büro in Berlin-Moabit getroffen.

Joel Meyerowitz  und „Why Colour?“ – Eine Fotoretrospektive: Mit seiner 8x10-Kamera hat er den jazzigen Sound der Straße festgehalten – Anfang der 60er in Manhattan. „ttt“ spricht mit Meyerowitz kurz vor dessen 80. Geburtstag über die emotionale Kraft der Farbe und geht mit ihm in den Straßen Berlins auf Fotofeldzug.

„La Mélodie“, der Klang von Paris – Ein französischer Spielfilm über Geige spielende Kinder in den Banlieues: „ttt“ trifft Regisseur Rachid Hami in Saint-Denis, einem Vorort von Paris. Hier hat er seine jugendlichen Schauspieler gecastet. Für seine Geschichte. Die führt von den Banlieues bis in die Große Pariser Philharmonie.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de