FDP-Generalsekretärin Nicola Beer
Die FDP-Generalsekretärin und Spitzenkandidatin Nicola Beer Bild © hr/van Bebber

Mehr Geld für die Bildung, und zwar direkt an die Schulen, das fordert FDP-Generalsekretärin Beer im Interview. Außerdem sagte sie hessenschau.de, sie mache sich Sorgen, dass die Türkei den Islamunterricht nach deutschem Lehrplan und unter deutscher Aufsicht bewusst kippen will.

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat sich für direkte Geldflüsse vom Bund an einzelne Schulen ausgesprochen. „Ich möchte nicht wieder die klebrigen Hände von irgendwelchen Bundes- oder Länderfinanzministern dazwischen haben“, sagte sie im Gespräch mit hessenschau.de. Die FDP fordert, Gelder aus den Einnahmen der Mehrwertsteuer für Bildung umzuwidmen. „Das wären schon einmal zehn Milliarden Euro im Jahr. Die wollen wir direkt an die Schulen geben“, sagte Beer, die hessische FDP-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl ist.

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Insgesamt sprach sich die FDP-Politikerin für mehr Einfluss und Engagement des Bundes in der Bildungspolitik aus. Auch die von ihrer Partei geforderten höheren Einkommen für Lehrer und Erzieher könnten Länder und Kommunen nicht alleine stemmen, sagte Beer. „Wir wollen nur sichergehen, dass die Gelder ankommen.“ Zudem seien deutschlandweit einheitliche Bildungsstandards nötig, wenn die einzelnen Schulen mehr Selbstständigkeit und mehr Freiheiten bekämen. „Insofern ist das kein Zentralismus, sondern Qualitätskontrolle“, sagte Beer zu hessenschau.de.

Beer besorgt, dass Türkei den deutschen Islamunterricht kippen will

Den in ihrer Zeit als hessische Kultusministerin eingeführten islamischen Religionsunterricht in Hessen verteidigte Beer. Es handele sich nicht um türkischen Religionsunterricht, sondern um einen Religionsunterricht mit hessischen Lehrkräften unter hessischer Fachaufsicht. Es sei aber richtig, den als Partner gewonnen Verband der Moscheegemeinden, Ditib, zu überprüfen. Dies dauere ihrer Partei in Hessen zu lange, sagte Beer. Sie sei aber vor allem besorgt, dass die Türkei den Islamunterricht nach deutschem Lehrplan und unter deutscher Aufsicht bewusst kippen wolle, „um die Kinder wieder in die Moscheegemeinden zu bekommen“.

hessenschau.de veröffentlicht seit dem 24. August Interviews mit hessischen Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl. Neben dem klassischen Online-Interview hat die Redaktion ein Video mit den Kandidaten aufgenommen. In Anlehnung an das Spiel „Bier-Pong“ stellen sich die Politiker zufällig ausgewählten politischen und persönlichen Fragen.

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Michael Draeger
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Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
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