Georg Bätzing (r.) und hr1-Moderator Uwe Berndt
Bischof Georg Bätzing (r.) und hr1-Moderator Uwe Berndt Bild © hr/hr1.de

Seit September ist Georg Bätzing der neue Bischof in Limburg, und sein Berufswunsch stand für ihn schon in der ersten Klasse fest. „Ich habe wie aus der Pistole geschossen gesagt: ‚Ich will Pastor werden‘“, erzählt er in „hr1-Talk“ am Karfreitag, 14. April. Sein Vater war nebenamtlich Kirchenmusiker und hat ihn regelmäßig mit in den Gottesdienst genommen. „Ich glaube, das ist der Ursprung meiner Berufung, dass ich Priester werden wollte."

Bätzing wird oft als Familienmensch beschrieben, hat mit seinem Berufswunsch jedoch ganz bewusst auf die Gründung einer eigenen Familie verzichtet. „Das ist ein hoher Preis, denn ich habe Familie immer als förderlich empfunden und bin heute wirklich eng im Kontakt mit meiner Familie. Ich habe viele Freunde und auch Freundinnen, auch aus der Schulzeit, aber so, dass der Blitz eingeschlagen hätte und ich gesagt hätte, jetzt hast du dich total verliebt, jetzt musst du etwas klären, das ist mir erspart geblieben“, erzählt der Limburger Bischof. 

Bischof in zwei Stunden

Seine Entscheidung, das Bischofsamt in Limburg anzunehmen, traf er relativ schnell. „Das waren zwei Stunden. Das war überfallartig, und das vergesse ich wahrscheinlich im Leben nicht. Ich habe es wie einen Schlag aus dem Himmel erlebt, und es gab nach den zwei Stunden Gesprächen mit wirklich vertrauten Menschen keinen Grund, weshalb ich hätte nein sagen können. Erst spätabends, als ich heimgefahren bin, habe ich gedacht: ‚Bist du eigentlich bekloppt – hoffentlich war das keine verkehrte Entscheidung‘“, erinnert sich Bätzing.  

Das Kribbeln steigt

Bereits als Kind war er vom Karfreitag aufgrund der Kargheit – ohne Kerzen, Blumen und Schmuck in der Kirche – fasziniert, und das hat bis heute angehalten. „Die Verlesung der Leidensgeschichte Jesu hat mich als Kind so berührt, dass ich mich tatsächlich manchmal in der Kirche umgeschaut und gefragt habe: ‚Wieso weint hier eigentlich niemand, bei einer so intensiven und anrührenden Geschichte?‘“, erzählt der Bischof. Auf die Osternacht freut er sich in diesem Jahr besonders – es ist sein ersten Osterfest als Limburger Bischof. „Es ist ein besonderes Gefühl, und es ist für mich immer noch etwas Besonderes, Gottesdienste in diesem wunderbaren Dom zu feiern.“ Vor allem in der Osternacht, „da steigt schon die Spannung und es gibt ein Kribbeln“, sagt Bätzing.   

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