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Im SPD-Streit um die geplante Besetzung des Bundesaußenministeriums sieht Oskar Lafontaine „die eigentliche Ursache in der Orientierungslosigkeit der Partei“. Der frühere SPD-Spitzenpolitiker sagte im Gespräch mit hr1: „Sie verliert seit 20 Jahren Wähler und Mitglieder. Das Erstaunliche daran ist, dass die Führung nichts daraus lernt.“

SPD-Chef Martin Schulz tue sich mit dem angestrebten Amt als Außenminister keinen Gefallen. „Es darf ja nicht sein, dass mittlerweile wieder wie im Absolutismus nach Gutdünken Ämter weitergegeben werden.“

Lafontaine sieht Verrat sozialdemokratischer Prinzipien

Auch die „hochgelobten Ergebnisse bei der Verteilung der Ministerämter“ in der neuen großen Koalition würden der Partei nichts nützen, so Linken-Politiker Lafontaine weiter: „Wenn es etwa dabei bleibt, dass das Arbeitsministerium SPD-besetzt wird, aber die Rente weiter privatisiert wird, ist das überhaupt kein Erfolg!“ Ähnlich kritisch sieht er die sozialdemokratischen Besetzungen des Finanz- und des Außenministeriums. Die Finanzpolitik sei von der CDU geprägt und „die Entspannungspolitik Willy Brandts“ werde systematisch zerstört: „Mittlerweile stehen deutsche Truppen an der Grenze zu Russland.“