Europa Open Air 2016
Bis zum letzten Platz besetzt: die Weseler Werft beim Open-Air-Konzert des hr-Sinfonieorchesters 2016 Bild © hr/Tim Wegner

Wie überträgt man eigentlich ein so großes Event wie das "Europa Open Air"? Ein Blick hinter die Kulissen auf Seilkameras, Windmesser und den Plan B.

"Wir wollen das Konzert auch für diejenigen sichtbar machen, die an diesem Abend nicht in Frankfurt dabei sein können", sagt Manuel Meyer vom Progamm-Management Fernsehen. Er und seine Kollegen vom "Content Team Musik" (CTM) sind dafür verantwortlich, dass das "Europa Open Air" des hr-Sinfonieorchesters und der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, 24. August, im Internet, im Fernsehen und auf der großen Video-Leinwand vor Ort übertragen wird.

Musikalisch wird sich in diesem Jahr alles um Spanien drehen. Bereits ab 18 Uhr sorgt die hr-Bigband für mediterrane Klänge am Mainufer. Mehr als 20.000 Zuschauer waren im vergangenen Jahr an das Frankfurter Mainufer gekommen. Viele weitere verfolgten es über den Fernseher oder das Internet. Dies möglich zu machen, ist Aufgabe des "Content Teams Musik", das die Konzerte der hr-Klangkörper für deren Youtube-Kanäle, ARTE Concert und das hr-fernsehen, in Zusammenarbeit mit dem Hörfunk abbildet.

Für den Konzertabend auf der Weseler Werft hat sich das Team einiges einfallen lassen. Insgesamt sollen 13 Kameras zum Einsatz kommen. "Dabei nutzen wir vor allem kleinere Systeme", erklärt Projektkoordinator Matthias Hohn. Vier sogenannte Cube Cams werden auf der Bühne zwischen den Orchestermusikern und Instrumenten positioniert. "Diese Kameras sind ferngesteuert und werden von den Kameraleuten aus der Regie heraus per Joystick bedient."

Außerdem wird es eine Seilkamera geben, die das Gelände der Weseler Werft an 300 Meter langen Seilen längs überfliegen wird. Auch sie wird per Fernbedienung gesteuert. "Diese Kameras werden beispielsweise bei Sportübertragungen wie dem Skispringen genutzt", sagt Mathias Hundt, der für die künstlerische Gesamtleitung Video zuständig ist. Matthias Hohn ergänzt: "Und keine Angst, runterfallen kann sie nicht, sie ist gut gesichert." Ein Windmesser ist oben auf der Bühne installiert, der Alarm gibt, sobald zu viel Wind aufkommt. Dann wird der Einsatz der Seilkamera gestoppt.

Weitere Informationen

Europa Open Air 2017

  • Donnerstag, 24. August, 20 Uhr
  • Weseler Werft, Frankfurter Mainufer
  • Einlass: ab 16 Uhr
  • Eintritt frei
  • Das Konzert in hr2-kultur:
  • Donnerstag, 24. August 2017, 20:04 Uhr (live)
  • Das Konzert im Internet:
  • Video-Livestream direkt auf der Internetseite des hr-Sinfonieorchesters
  • Donnerstag, 24. August 2017, ab 18 Uhr
  • Das Konzert im hr-fernsehen: Donnerstag, 24. August 2017, zeitversetzt ab 21 Uhr
  • Mehr bei hessenschau.de
Ende der weiteren Informationen

Neben der Übertragung des Konzerts kümmert sich das Team auch um weitere Video-Inhalte. "Wir produzieren beispielsweise mit mehreren Kameras ein Zeitraffervideo vom Aufbau. Dafür muss sorgfältig geplant werden, wo die Kameras aufgebaut werden und wie die Kabelwege verlaufen."

Am 24. August wird es dann ernst: "Am Konzertabend selbst schütten wir das meiste Adrenalin aus. Es ist ja eine Live-Ausstrahlung – wenn auch zeitverzögert. Da wird nichts mehr bearbeitet", sagt Matthias Hohn. Ob die Kollegen befürchten, dass etwas schief gehen könnte? "Klar kann es zu Komplikationen kommen. Wir stehen mit den Kamerakollegen auf dem Gelände über Funk in Verbindung – wenn es stark regnet, könnte es passieren, dass wir sie nicht mehr verstehen können", so Hohn weiter. Manuel Meyer ergänzt: "Es gibt natürlich auch ein Worst-Case-Szenario – sollte alles zusammenbrechen, müssen wir beispielsweise das Open Air vom Vorjahr ausstrahlen. Aber bisher hatten wir immer gutes Wetter. Das wird in diesem Jahr bestimmt auch wieder so sein."