Bärbel Schäfer
Bärbel Schäfer: Moderatorin beim Sonntagstalk in hr3 Bild © hr/Sebastian Reimold

Interviews sind eine Möglichkeit, ein inhaltliches und emotionales Fenster zu öffnen. Bärbel Schäfer, Journalistin und Moderatorin beim hr3-Sonntagstalk, sagt: "In einem Interview müssen wir Journalisten das Unerwartete möglich machen, den Gast, Zuhörer und uns selbst immer wieder überraschen."

Ausgetretene Trampelpfade und Worthülsen abzulaufen ist für alle Seiten langweilig. Jeder Interviewpartner ist anders, braucht einen individuellen Zugang. Chamäleonartig öffne ich mit meinen Fragen mein Gegenüber und rolle ihm auf Augenhöhe den roten Teppich aus. Dazu gehört als Handwerkszeug: vorurteilsfrei zuzuhören, neugierig, sensibel und interessiert sich den vielfältigen Themen immer wieder zu stellen. Ich versuche nie, den Augenkontakt zum Gesprächspartner zu verlieren, und frisch gelegten Fährten und Gedanken des Gastes, frei vom ursprünglichen Fragengerüst, mutig zu folgen. Es gibt kein Tabu des Fragenstellens, solange es der Aufklärung dient.

Die persönliche Ebene betrete ich nur mit Respekt, und wenn mein Gast das private Thema selbst schon öffentlich gemacht hat. Jedes Gespräch sollte Anstrengung und Herausforderung für den Interviewten wie für den Fragenden sein. Ich sehe die Begegnungen im hr3-Sonntagstalk als eine Bereicherung, als Möglichkeit, ein inhaltliches und emotionales Fenster für die Hörer zu öffnen.