Animation des Oberrheintals vor rund 65 Millionen Jahren
Animation des Oberrheintals vor rund 65 Millionen Jahren Bild © SWR

Von der Eifel bis zum Oberrheingraben, vom Kalkstein bis hin zu den kuriosen Lebacher Eiern - "Wissen und mehr" zeigt im hr-fernsehen, wie der Boden entstanden ist, auf dem wir wohnen, wie es hier vor Millionen Jahren aussah und welchen Einfluss geologische Formationen auf Landwirtschaft und Industrie hatten und haben.

Montag, 26.02.2018, 06.20 Uhr

Geo-Tour 1/4: Kalkstein und Verkarstung    
SWR 29'44''

Die markanten Kalkfelsen der Schwäbischen Alb sind ein Produkt des Meeres. Im Jura, vor 200 Millionen Jahren, wimmelte es in Südwestdeutschland nur so von Muscheln, Korallen, Schwämmen und anderen Meeresbewohnern. Ihre Kalkskelette bildeten das Gestein. Heute findet man in diesen Schichten gut erhaltene Fossilien von Ammoniten, Ichthyosauriern und anderen Zeugen der Urzeit. Die geologische Vergangenheit der Region hatte einen direkten Einfluss auf die Geschichte der Landwirtschaft, den Bau von Gebäuden und die Entwicklung der Textilindustrie. Über Jahrmillionen wurde das Kalkgestein von Wasser, Wind und Wetter geformt, abgetragen und andernorts, zum Beispiel als Tropfstein oder Kalktuff, wieder abgelagert. Das Phänomen der Verkarstung ist auch dafür verantwortlich, dass ein Teil der Donau bei Immendingen versickert und das Wasser unterirdisch Richtung Rhein „umgeleitet“ wird. Manche Höhlen boten unseren Vorfahren schon während der Steinzeit Unterschlupf. Die Menschen hinterließen dort vor 40.000 Jahren Werkzeuge, Figuren und sogar Musikinstrumente. Faszinierende unterirdische Sinterformationen kann man in Schauhöhlen im Sauerland bewundern. Hier sind die Kalkablagerungen noch älter – etwa 400 Millionen Jahre. Sie stammen aus dem Devon.

Dienstag, 27.02.2018, 06.25 Uhr

Geo-Tour 2/4: Vulkanismus in der Eifel    
SWR 29'37''

Die Eifel, ein Mittelgebirge mit explosiver Vergangenheit. Hier kann man Deutschlands jüngste Vulkane bestaunen. Vor nur 12.900 Jahren sorgte dabei eine Eruption für ein wahres Inferno: Der Ausbruch des Laacher See-Vulkans war mit Abstand der Gewaltigste, der sich in der letzten eine Million Jahre in Mitteleuropa ereignete. Die Folgen davon waren bis nach Schweden und Italien zu spüren. Die Geologie der Eifel ist einzigartig für Deutschland und sie hat bis heute Einfluss auf die Kulturgeschichte dieser Region. Wer hätte gedacht, dass eines unserer ältesten Küchengeräte aus erstarrter Lava gemacht wurde? Und was wäre die mittelalterliche Baukunst ohne die Baustoffe Tuff und Basalt? Noch heute wird Bims – der einzige Stein, der schwimmen kann – zu Leichtbausteinen verarbeitet. Doch mit dem Abbau der Vulkane verschwinden Deutschlands einzige Zeugen aus jüngster Erdgeschichte. Der Atem der Vulkane steckt sogar in jeder Flasche Eifeler Mineralwasser und bestimmt ihren Geschmack. Noch heute blubbern vulkanische Gase aus dem Boden der Eifel – aber aus welcher Tiefe stammen sie? Und sind sie Zeugen von alten, erkalteten Magmaresten oder etwa Spuren neuer magmatischer Aktivität?

Mittwoch, 28.02.2018, 06.25 Uhr

Geo-Tour 3/4: Der Oberrheingraben    
SWR 29'21''

Vor rund 65 Millionen Jahren gerät der Boden im Südwesten in Bewegung: Im Untergrund gibt es gewaltigen Druck, die Erdkruste reißt, riesige Gesteinsschollen sinken in die Tiefe. Der Grabenbruch sorgt für einen geologischen Wandel, der dem Oberrhein viele Rohstoffe beschert, von denen wir heute profitieren: Sand und Kies, Ton und Buntsandstein. Eigentlich würden wir an dieser Stelle in einen drei bis vier Kilometer tiefen Canyon blicken, doch Erosion und Sedimenttransport haben den Graben immer wieder zugeschüttet. Der Grabenbruch ist auch verantwortlich dafür, dass der Südwesten für Geothermie prädestiniert ist. Zeitweise lief er sogar mit Meerwasser voll. So finden wir südlich von Heidelberg fossile Zeugen aus der Urzeit, die auf karibische Zustände deuten. Ohne Grabenbruch würde der Rhein heute vermutlich ins Mittelmeer fließen. Doch nicht alles, was sich geologisch verändert, ist natürlichen Ursprungs – und auch nicht immer ein Segen. Die Rheinbegradigung durch den Wasserbauingenieur Johann Gottfried Tulla zeigt das eindrucksvoll.

Donnerstag, 01.03.2018, 06.25 Uhr

Geo-Tour 4/4: Kohle, Erz, Keramik und Co.    
SWR 29'34''

In Nordrhein-Westfalen und dem Saarland begeben wir uns auf die Suche nach Bodenschätzen. Wir tauchen ein in die Zeit des Karbons, aus dem die Steinkohle stammt, fahren ein in die Grube Reden, um hier in 900 Metern Tiefe die letzten Spuren eines 300 Millionen Jahre alten Waldes zu finden. Aus jüngerer erdgeschichtlicher Vergangenheit stammen die Braunkohleflöze, die im Tagebau abgebaut werden. Im Norden des Saarlands, in der Nähe des mächtigen keltischen Ringwalls bei Otzenhausen, graben Archäologen die kuriosen "Lebacher Eier" aus. Vermutlich wussten schon die Kelten diese handlichen, eisenhaltigen Steine zu nutzen. Vorkommen von Eisenerz legten den Grundstein für die industrielle Stahlproduktion entlang der Saar. Im saarländischen Hochwald stoßen wir auf eine Tagebaugrube, in der Feldspat abgebaut wird. Das helle Silikat-Mineral ist eine wichtige Zutat für die Herstellung von Porzellan. Diese Dokumentation bietet Einblicke in Ausschnitte der Erdgeschichte und erläutert, wie die Geologie die Geschichte verschiedener Regionen beeinflusst hat.

Freitag, 02.03.2018, 06.25 Uhr

Wenn der Frühling früher kommt: Die Jahreszeiten im Klimawandel    
SWR 28'38''  

Frühlingserwachen: Pflanzen sprießen, Blumen blühen, für Frösche und viele andere Tiere beginnt die Paarungszeit. Aber wie "wissen" Pflanzen und Tiere eigentlich, dass es nun dafür Zeit ist? Im Chronobiotron-Labor in Straßburg versuchen Wissenschaftler diese Mechanismen zu entschlüsseln. Seit einigen Jahren beobachten Klimaforscher, dass der Frühling in Mitteleuropa messbar früher beginnt. Dies scheint ein Symptom zu sein, das mit dem Klimawandel einhergeht. Welche Folgen hat das für die Tier- und Pflanzenwelt? Forscher untersuchen in einer Langzeitstudie in den Alpen, wie ein verfrühter Frühling ein ganzes Ökosystem aus dem Takt bringen kann.

 Tipp: Aktion Apfelblütenland bei Planet Wissen
Am Beginn der Apfelblüte lässt sich "ablesen", wie früh und wo der Frühling beginnt. Jedes Jahr ruft die Redaktion Planet Wissen Zuschauer, insbesondere auch Schulklassen, auf, zu Blütenmeldern zu werden. Wissenschaftler werten die Ergebnisse aus.