Der Milliardär und Amazon-Gründer steigt nach einem erfolgreichen Kurz-Trip in den Weltraum aus seinem Raumschiff (EPA)

Amazon-Gründer Bezos ist nach einem Flug ins All sicher zur Erde zurückgekehrt. Sein Raumschiff landete wenige Minuten nach dem Start wieder in der Wüste in Texas. Die Kapsel erreichte eine Höhe von mehr als 100 Kilometern.

Nach einem Kurz-Ausflug ins Weltall ist der Milliardär Jeff Bezos wieder sicher auf der Erde gelandet. Der 57-Jährige hatte an Bord des Raumschiffes "New Shepard" seiner Firma Blue Origin vom US-Bundesstaat Texas aus abgehoben.

Insgesamt dauerte der vollautomatisch ablaufende Flug rund zehn Minuten. Nach dem Start beschleunigte das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3500 Kilometer pro Stunde. Kurz danach trennte sich die Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete.

Dann setzte die Schwerelosigkeit ein, die vier Passagiere durften kurzzeitig ihre Sitze verlassen und Lachen und Jubel war zu hören. An ihrem höchsten Punkt erreichte die Kapsel mehr als 100 Kilometer über der Erde, bevor sie abgebremst von großen Fallschirmen in der westtexanischen Wüste landete. Auch die ebenfalls wiederverwendbare Raketenstufe landete vertikal wieder auf der Erde.

An Bord des Raumfluges waren neben Bezos auch sein Bruder Mark sowie ein 18-Jähriger aus den Niederlanden, dessen Vater ihm den Flug geschenkt hat. Die vierte Passagierin war die 82-jährige Wally Funk, eine von 13 Pilotinnen, die sich in den 1960er Jahren denselben Tests unterzogen wie die "Mercury"-Astronauten der Nasa. Die Pilotinnen wurden aber letztlich nicht ausgewählt, weil sie Frauen waren

Der Start in Texas fiel auf den 52. Jahrestag der ersten Mondlandung von Apollo 11. Bezos hatte den Termin wegen dessen historischer Bedeutung ausgesucht und auch daran festgehalten, als klar wurde, dass sein Konkurrent, der britische Milliardär Richard Branson, vor ihm im All sein würde. Branson war bereits vor rund zehn Tagen mit seinem eigenen Raumschiff - der "VSS Unity" der Firma Virgin Galactic - erfolgreich ins All geflogen.

Bransons Raumschiff stieg allerdings nur auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern auf. Unter Experten ist es damit strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung.

Die Milliardäre erhoffen sich mit den Flügen einen Einstieg in das Geschäft mit dem Weltraumtourismus. Kritiker werfen ihnen vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.

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