Neubau Historisches Museum Frankfurt
Das Historische Museum in Frankfurt ist einer von vier Veranstaltungsorten. Bild © Robert Metsch

Nach 16-jähriger Wanderschaft kehrt die Ausstellung "Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945" nach Frankfurt zurück. Den Abschluss des Projekts nehmen vier Frankfurter Museen zum Anlass, nach den Spuren des "Legalisierten Raubs" in ihren Sammlungen zu suchen: das Historische Museum, das Museum Angewandte Kunst, das Museum Judengasse und das Weltkulturen Museum.

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Die Ausstellungen

Geerbt. Gekauft. Geraubt? Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit
Historisches Museum
Saalhof 1, 60311 Frankfurt
17. Mai – 14. Oktober 2018

Geraubt. Gesammelt. Getäuscht. Die Sammlung Pinkus/Ehrlich und das Museum Angewandte Kunst
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt
7. Juni – 14. Oktober 2018

Geraubt. Zerstört. Zerstreut. Zur Geschichte von jüdischen Dingen in Frankfurt
Museum Judengasse
Battonnstraße 47
60311 Frankfurt
17. Mai - 14. Oktober 2018

Gesammelt, gekauft, geraubt? Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext
Weltkulturen Museum
Schaumainkai 29-37, 60594 Frankfurt
16. August – 19. Januar 2019

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"Legalisierter Raub" ist eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks, die 2001 / 2002 mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst entstand. Sie beschäftigt sich mit den Gesetzen und Verordnungen, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten. Die Ausstellung stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden.

Sie zeigt, wie das "Deutsche Reich" durch die Reichsfluchtsteuer, zahlreiche Sonderabgaben und schließlich durch den vollständigen Vermögenseinzug am Holocaust verdiente; an den Menschen, die in die Emigration getrieben wurden und an jenen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten. Nach den Deportationen kam es überall zu öffentlich angekündigten Auktionen aus "jüdischem Besitz": Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer.

Wachsende Ausstellung

An jedem Standort wurde für die Ausstellung ein neuer, regionaler Schwerpunkt erarbeitet – oft in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, Schülerinnen und Schülern sowie weiteren regionalen Partnern – der sich mit der Geschichte des legalisierten Raubes vor Ort beschäftigte. Aus den 15 Vitrinen der Erstpräsentation in Frankfurt sind so rund 140 Vitrinen geworden, die die Geschichten jüdischer Familien erzählen, die Opfer von Enteignung, Entrechtung und Raub wurden.

Umfangreiches Veranstaltungsprogramm

Die Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer, und werden durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt gefördert. Das Fritz Bauer-Institut bietet in Kooperation mit den beteiligten Museen, dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und hr2-kultur  ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm an.