Franz Werfel: Brief an seine Eltern, an Bord der "Nea Hellas", 12. Oktober 1940
Porträt Franz Werfel sowie Brief an seine Eltern, an Bord der "Nea Hellas", 12. Oktober 1940 Bild © Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, EB autograph 335

"Wir haben aufregende Tage und Wochen hinter uns. Unter sehr großen Strapazen haben wir Marseille und Frankreich verlassen, Spanien durchquert, um endlich in Portugal anzukommen. Weitaus das Schlimmste dabei aber war, Euch zurücklassen zu müssen." Diese Worte sendete Franz Werfel kurz vor seiner Ankunft in New York am 12. Oktober 1940 an seine Eltern.

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Freitag, 14. September 2018, 20.30 Uhr
Ort: Deutsche Nationalbibliothek,  Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Geraubte Heimat!? Lesung aus ausgewählten Exponaten der Dauerausstellung "Exil. Erfahrung und Zeugnis" des Deutschen Exilarchivs 1933-1945
Eine Veranstaltung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Kooperation mit hr2 Kultur.

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Etwa 500.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 aus dem Machtbereich der nationalsozialistischen Diktatur ins Exil gezwungen. Ihnen gemeinsam war, dass sie ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die Erfahrungen des Exils waren jedoch vielfältig und individuell: Erfahrungen von Bruch und Verlust ebenso wie von Neuanfang und Zugewinn. Die Heimat, die sie mit dem Weg ins Exil verließen, war ihnen oft schon vorher geraubt worden.

Die Lesung aus ausgewählten Exponaten der Dauerausstellung des Deutschen Exilarchivs erlaubt einen facettenreichen Blick auf die Erfahrungen einer geraubten Heimat, aber auch auf die Hoffnungen auf einen Neuanfang. So schrieb Werfel im gleichen Brief über seine Ankunft in den USA: "Ich habe Anzeichen, daß ich freundschaftlich erwartet werde."