Szene aus "Tatort: Murot und das Murmeltier"
Szene aus "Tatort: Murot und das Murmeltier", Fernsehfilm, Deutschland 2018, Regie: Dietrich Brüggemann: LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur). Bild © hr/Bettina Müller

Der Hessische Rundfunk (hr) ist am Samstagabend auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen doppelt ausgezeichnet worden: hr-Fernsehspielchefin Liane Jessen und Fernsehspielredakteur Jörg Himstedt bekamen für den siebten Tukur-Tatort „Murot und das Murmeltier“ den mit 20.000 Euro dotierten Filmkunstpreis. Liane Jessen und Fernsehspielredakteurin Lili Kobbe sind für das TV-Drama „Frankfurt, Dezember 17“ mit dem Medienkulturpreis geehrt worden.

„Dass sowohl der Filmkunstpreis als auch der Medienkulturpreis in Ludwigshafen in diesem Jahr an unsere Fernsehfilm- und Tatort-Redaktion gehen, ist eine wunderbare Anerkennung für die tolle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen und für die hohe Qualität, die dort entsteht. Besonders freue ich mich, dass mit einem Tatort und einem Mittwochsfilm zwei sehr unterschiedliche Werke prämiert wurden", so hr-Fernsehdirektorin Gabriele Holzner.

Tatort „Murot und das Murmeltier

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Murot und das Murmeltier“ zeige „in überzeugender und raffinierter Weise die Zeitschleife, in der das Überangebot der Krimi-Produktion des Fernsehens steckt“, so die Begründung der Jury. „Phantasiereich und klug inszeniert, dramaturgisch raffiniert, voller Witz und Abwechslung und immer wieder überraschend führt Dietrich Brüggemann (Drehbuch und Regie, Anm. d. Red.) seinen großartigen Hauptdarsteller Ulrich Tukur durch die Turbulenzen des Wahnsinns zu einem glücklichen Ausgang.“

Zum Inhalt des Films: Morgens um 7.30 Uhr klingelt das Telefon von LKA-Ermittler Felix Murot. Es ist seine Assistentin Magda Wächter, die ihm mitteilt, dass es eine Geiselnahme in einer Bank gibt, und dass er sofort kommen muss. „Wer überfällt denn heute noch eine Bank?“, murmelt Murot, und: „Wahrscheinlich wieder ein verzweifelter Amateur.“ Wächter soll schon einmal alles vorbereiten, das sei ja klassische Polizei-Routine. Waschen, Rasieren, Anziehen, jeden Morgen die gleiche Prozedur. Murot fährt zum Tatort, legt sich eine Schutzweste an und begibt sich in die Bank, um den Bankräuber und Geiselnehmer zur Aufgabe zu überreden. Dank gelernter Polizeipsychologie kann er den Geiselnehmer überzeugen, sich zu stellen. Doch im letzten Moment geht irgendetwas schief. Murot wird erschossen und wacht schweißgebadet zu Hause wieder auf. Sein Telefon klingelt. Es ist Wächter. Sie ruft ihn zu einem bewaffneten Banküberfall mit Geiselnahme. Ein Routinefall – so scheint es. Murot fürchtet um seinen Verstand …

Neben Ulrich Tukur und Barbara Philipp sind in weiteren Hauptrollen Christian Ehrich, Anna Brüggemann, Daniel Zillmann, Jacob Matschenz, Sascha Nathan, Nadine Dubois, Tom Lass, Jörg Bundschuh, Monika Wojtyllo, Katharina Schlothauer, Tina Pfurr sowie Felix Schönfuss zu sehen. Regie führt Dietrich Brüggemann, der auch das Drehbuch schrieb. Für die Umsetzung sorgten Alex Sass (Kamera), Theresia Anna Ficus (Szenenbild), Peter Senkel (Ton), Stefan Blau (Schnitt) und Katharina Schnelting (Kostümbild). Die Produktionsleitung hatte Ulrich Dautel, die Redaktion lag Jörg Himstedt und Liane Jessen.

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Ausstrahlung

Der Tatort „Murot und das Murmeltier“ wird am Sonntag, 6. Januar 2019, um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt.

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TV-Drama „Frankfurt, Dezember 17

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Frankfurt, Dezember 17“ lobte die Jury als „auf vielfache Weise außergewöhnlich. Visuell eindringlich, erzählt er von Einsamkeit und Kälte in unserer Gesellschaft. Der Drehbuchautorin und Regisseurin ist mit drei Handlungssträngen, die synchron erzählt werden, ein facettenreiches Kaleidoskop in den Hochhauswelten des modernen Frankfurt am Main gelungen. Außergewöhnlich an diesem Film ‚Freitag, Dezember 17‘ von Petra W. Wagner ist aber nicht nur der Film selbst, sondern ebenso, dass er überhaupt zustande kam. Das ist das Verdienst der Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks und dort der Redakteurin Lilli Kobbe unter der Leitung Liane Jessens. Sie und ihre Fernsehredaktion war so souverän, abweichend von den allzu gewöhnlichen Gewohnheiten der Fernsehproduktionen, mit Entschiedenheit und Mut für die künstlerische Freiheit der Autorenfilmerin und ihres außerordentlichen Fernsehfilms im Hauptprogramm gesorgt zu haben.“

Zum Inhalt des Films: Ein brutaler Angriff auf den Obdachlosen Lennard in der Frankfurter Innenstadt verknüpft die Schicksale dreier Frauen miteinander: Irina, eine 28-jährige Krankenschwester, hat die Gewalttat mit angesehen, während sie mit dem verheirateten Oberarzt Carl im Auto Sex hatte. Carl hat kein Interesse daran, dass Irina eingreift oder sich als Zeugin meldet. Er verlangt von ihr zu schweigen, dies stürzt sie in einen tiefen Konflikt. Die junge Sam lebt auf der Straße. Sie wurde von Lennard  beschützt, nachdem sie auf der Suche nach etwas zu Essen zusammengeschlagen wurde. In seiner „Residenz“, einem leer stehenden Bürogebäude, hatte er sie gesundgepflegt. Mit Lennards Tod bricht für Sam – wieder einmal – eine Welt zusammen. Die alleinerziehende Mutter Anne fällt aus allen Wolken, als ihr 18-jähriger Sohn Rio von der Polizei abgeführt wird. Kommissarin Jule Böhmer ermittelt gegen ihn. Er wird beschuldigt, an der Gewalttat gegen Lennard beteiligt gewesen zu sein. Für Anne ist das kaum zu verstehen; mühsam versucht sie, ihren Sohn zum Reden zu bringen.

In den Hauptrollen sind Ada Philine Stappenbeck, Christoph Luser, Lana Cooper, Barnaby Metschurat, Inga Busch, Katja Flint, Anian Zollner und Jonathan Stolze zu sehen. Das Drehbuch stammt von Petra K. Wagner, die auch Regie führt. Für die Umsetzung des Stoffs sorgten Johannes Monteux (Kamera), Manfred Döring (Szenenbild), Christian Mathias (Ton), Silke Franken (Schnitt) und Stefanie Bieker (Kostümbild). Die Produktionsleitung hatte Uli Dautel, die Redaktion lag bei Lili Kobbe und Liane Jessen.

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Ausstrahlung

„Frankfurt, Dezember, 17“ ist am Mittwoch, 17. Oktober 2018, um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

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Für den Filmkunstpreis war außerdem die hr-Koproduktion „In den Gängen“ von Thomas Stuber nominiert; der Film entstand unter Federführung des mdr mit Arte, SWR, hr und der Sommerhaus-Filmproduktion. Um die Gunst des Publikumspreises „Rheingold“ hat sich zudem der Frankfurt-Tatort „Der Turm“ beworben.

Michael Draeger
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail: michael.draeger@hr.de