Wenige Wildbienen, viele Honigbienen
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43 Prozent der Wildbienenarten in Hessen sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig gibt es so viele Honigbienen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Datenteams des Hessischen Rundfunks (hr).

Die Zahlen zu den Wildbienen stammen zwar von 2009, doch diese Tendenz „hat sich heute noch verschlechtert“, sagt Biologe Stefan Tischendorf, der auch Co-Autor der Roten Liste für bedrohte Bienen in Hessen ist.  Die Wildbienen hätten es unter anderem deshalb immer schwerer, weil es weniger Wildwiesen gebe als früher. Sie dienen den Bienen nicht nur zur Nahrungssuche, sondern auch als Nistplatz.

Dagegen hat die Zahl der Honigbienen laut Daten des Umweltministeriums in Hessen deutlich zugenommen. Etwa 62.000 Honigbienenvölker gibt es im Moment – 14.000 mehr als 2008. Die Zahl der Imker ist in den vergangenen zehn Jahren auf 11.000 gestiegen – ein Plus von einem Drittel.

Doch die schwindende Anzahl von Wildbienen lässt sich nicht durch mehr Honigbienen ausgleichen, so Stefan Tischendorf: „Die Natur braucht die Honigbiene nicht. Sie ist ein Nutztier der Landwirtschaft, um große Monokulturen wie Raps zu bestäuben.“ Und viele Biologen sind sich einig: Für Ertrag und Qualität der Ernten in Hessen sind nicht die Honigbienen wichtig, sondern Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Außerdem sind Wildbienen deutlich effektiver bei ihrer Arbeit. So braucht es, um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben, 400 gehörnte Mauerbienen, eine Wildbienenart – oder 40.000 Honigbienen.

Den vollständigen Bericht finden Sie auf hessenschau.de.

Michael Draeger
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