Platzhalterbild PM hr allgemein

Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz hat mehr rechtsextreme Drohschreiben bekommen als bisher bekannt. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks hat sie Anfang Juni ein Fax erhalten, in dem Bezug auf den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke genommen wird.

Das Fax wurde nach hr-Recherchen zu einem Zeitpunkt an die Rechtsanwältin geschickt, als ein rechter Hintergrund der Tat noch nicht klar war und die Sicherheitsbehörden noch in alle Richtungen ermittelten. Der mutmaßliche Täter, ein vorbestrafter Rechtsextremer, wurde erst eineinhalb Wochen später verhaftet. In dem Schreiben wird der Anwältin damit gedroht, dass ihr Dasselbe wie Lübcke passieren könne. Ebenso wie mehrere andere Drohschreiben an Basay-Yildiz ist auch das Fax aus dem Juni mit „NSU.2.0“ unterschrieben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft will sich aus ermittlungstaktischen Gründen dazu nicht äußern.

Seit August 2018 erhielt die Rechtsanwältin immer wieder Schreiben, in denen ihr und ihren Angehörigen mit dem Tod gedroht wurde. Auch der Name ihrer kleinen Tochter wurde darin genannt. Im Juli erhielt sie das letzte Fax dieser Art. Zudem hatte es einen Mordaufruf im Darknet gegeben. Bei ihren Ermittlungen im Zusammenhang mit den Drohschreiben waren Polizei und Staatsanwaltschaft auf eine Chatgruppe innerhalb der Frankfurter Polizei gestoßen, in der Beamte offenbar rechtsextreme Inhalte austauschten.