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Rechtsmediziner der Uni Frankfurt suchen nach Informationen des Hessischen Rundfunks gerade nach einem passenden Gelände, um dort die Verwesung von Leichen genauer untersuchen zu können.

Auf dieser sogenannten Bodyfarm sollen in Zukunft Fundorte von Leichen so genau wie möglich nachgestellt werden, um Ermittlern wichtige Hinweise zu liefern. Es wäre die erste Anlage dieser Art in Deutschland.

Hintergrund ist, dass der Todeszeitpunkt mitunter nicht genau bestimmt werden kann, zum Beispiel wenn Leichen in einem gut verschlossenen Zelt aufgefunden werden, wie jüngst im Taunus geschehen. In diesem Fall können Insekten den Medizinern nicht so gut wie sonst üblich Hinweise auf den Todeszeitpunkt geben. Auf der Bodyfarm könnte so eine Situation nachgestellt werden, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen: Welche Einflüsse haben Sonne, Temperatur, Feuchtigkeit oder ein abgeschlossener Raum auf die Toten? „Solche Möglichkeiten haben wir in Deutschland nicht, und so eine Einrichtung wäre da extrem hilfreich“, so Jens Amendt vom Institut für Rechtsmedizin der Uni Frankfurt.

Gesucht wird nach einem Gelände im Rhein-Main-Gebiet mit einer Fläche von etwa einem Hektar. Das Grundstück soll außerdem Wald und Wiesen sowie unterschiedlich feuchte und trockene Abschnitte haben. Nach außen hin soll es außerdem geschützt sein, damit Unbefugte nicht auf das Gelände können. Die Leichen sollen von Körperspendern stammen, die sich selbst nach ihrem Tod der Forschung zur Verfügung stellen.

In den USA gibt es solche Gelände bereits. Die größte der vier Bodyfarmen dort umfasst ein Gebiet von 12.000 Quadratkilometern. Eine deutlich kleinere gibt es außerdem in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam.

Michael Draeger
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Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
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