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Weil es an passendem Personal fehlt, können in Offenbach und Wiesbaden regelmäßig nicht alle Rettungswagen besetzt werden. Das zeigen Recherchen des Hessischen Rundfunks (hr).

Hintergrund ist, dass es zu wenig Notfallsanitäter gibt. Dadurch sind Rettungswagen in Offenbach dieses Jahr knapp 150 Stunden lang ausgefallen oder konnten nur mit geringer qualifiziertem Personal besetzt werden. Das ist eine Vervierfachung im Vergleich zum gesamten vergangenen Jahr. Auch in Wiesbaden fallen regelmäßig Rettungswagen aus: Etwas mehr als 200 Stunden sind es seit letztem November, in etwa einem Viertel der Fälle konnte geringer qualifiziertes Personal einspringen. Auch Main-Kinzig-Kreis, die Kreise Gießen und Groß-Gerau sowie die Stadt Frankfurt gaben auf hr-Anfrage erste Ausfälle durch Personalmangel an.

Ein Rettungswagen muss zusätzlich zum Fahrer mit mindestens einem Notfallsanitäter besetzt sein. Auch Rettungsassistenten können die Aufgabe übernehmen, die werden aber seit 2014 nicht mehr ausgebildet. Damals wurde die zweijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten durch die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter ersetzt. „Von 2014 bis 2016 sind keine neuen Notfallsanitäter mit der Ausbildung fertig geworden“, so Julien Tanase, Leiter des Rettungsdienstes für die Stadt Offenbach. Gleichzeitig sind die Einsatzzahlen weiter gestiegen.

Als Reaktion wird Offenbach tagsüber dauerhaft einen Rettungswagen weniger einsetzen. Ausgeglichen werden soll das durch einen zusätzlichen Krankentransportwagen – der ist dann mit zwei geringer qualifizierten Rettungssanitätern besetzt. Dadurch können Notfallpatienten in dem Wagen nicht mehr versorgt werden.

Michael Draeger

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
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