Eine Tochtergesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) hat der Stadt Frankfurt in den Jahren 2015 bis 2018 überhöhte Beträge für Schulessen in Rechnung gestellt. Das bestätigte der ASB-Landesverband Hessen dem Hessischen Rundfunk auf Anfrage. Der ASB hat demnach den auf 181.000 Euro geschätzten Schaden inzwischen zurückgezahlt und sich von drei leitenden Mitarbeitern getrennt.

Nach Darstellung des ASB haben Mitarbeiter an fünf Frankfurter Schulen Einnahmen aus den Kiosk-Verkäufen als Schulessen verbucht. Schulmahlzeiten werden, anders als Snacks und Softdrinks am Schul-Kiosk, von der Stadt mit drei Euro bezuschusst. So entstanden der Stadt überhöhte Kosten.  

Laut ASB hat einer der verantwortlichen Mitarbeiter im Jahr 2018 bei einer internen Prüfung die Fehlbuchungen eingeräumt. Allerdings hätten sich ASB-Mitarbeiter nicht selbst bereichert. Der Verband habe daraufhin das Stadtschulamt informiert. Das von Sylvia Weber (SPD) geführte Bildungsdezernat bescheinigt dem ASB auf hr-Anfrage einen „transparenten Umgang“ mit den falschen Abrechnungen. Deswegen und weil kein Schaden für die Stadt nachweisbar sei, habe das Dezernat auf eine Strafanzeige verzichtet.  

Der ASB hat nach eigenen Angaben ein neues Kassensystem an Frankfurter Schulen eingeführt und will dadurch Fehlbuchungen zu Lasten der öffentlichen Hand verhindern. Erst vor kurzem wurde durch hr-Recherchen bekannt, dass der ASB fünf Kommunen im Rheingau-Taunus-Kreis mehr als zwei Millionen Euro zu viel für von ihm betriebene Kitas berechnet hatte.