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Der Arbeiter Samariter Bund Hessen ist wegen des Kaufs einer Immobilie für die Erasmus-Privatschule in eine finanzielle Schieflage geraten. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die dem Hessischen Rundfunk (hr) vorliegen.

Demnach belief sich der Verlust durch die Immobilie im Frankfurter Ostend im Jahr 2019 auf rund 900.000 Euro. Für 2020 wird ein „noch deutlich höheres Defizit“ erwartet, weil Sondereffekte wegfielen, heißt es in einer internen Mitteilung des Controllings an den Vorstand von Ende 2019. Durch Zinsen und Tilgungsraten für das Schulgebäude schmelze das Konto des gemeinnützigen Verbands monatlich um rund 129.000 Euro.

Die finanzielle Schieflage ist der Grund für die in der vergangenen Woche vom ASB Landesverband angekündigte Absicht, das Gebäude zu verkaufen. Der ASB hatte im Jahr 2016 den früheren Campus der Frankfurt School of Finance & Management gekauft. Hintergrund des Kaufs war „das strategische Ziel des Aufbaus einer weiterführenden Schule weiter voranzutreiben“, so der ASB-Landesvorsitzende Ludwig Frölich damals. Nach hr-Informationen belief sich der Kaufpreis auf rund 30 Millionen Euro. In einem Brief an die Eltern, der dem hr vorliegt, heißt es nun, man suche eine Lösung, um die Grundschule und das Gymnasium an einem anderen Standort im Stadtgebiet weiter zu führen. Die alternativen Liegenschaften sollten „auf der einen Seite den Anforderungen an ein modernes Gebäudekonzept für Schulen entsprechen, zugleich aber die Gestaltungsspielräume für den qualitativen Ausbau der Bildungsangebote der Erasmus Frankfurter Stadtschulen erhöhen.“ Detaillierte Fragen zu den finanziellen Belastungen des Verbandes durch das Immobiliengeschäft hat der ASB Hessen bislang nicht beantwortet.

Marco Möller

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
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