Die Preisträgerinnen (v.l.n.r.) Jennifer Rasch, Maike Richter und Franziska Mertl mit Schirmherr Manfred Krupp

Für herausragende Arbeiten zur Weiterentwicklung der Medientechnologie wurden am Donnerstag in Nürnberg die Preisträgerinnen des diesjährigen ARD/ZDF Förderpreises „Frauen + Medientechnologie“ ausgezeichnet.

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Manfred Krupp, hr-Intendant und Schirmherr 2020, übergab den ersten Preis und betonte, dass alle Preisträgerinnen mit ihren innovativen Arbeiten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der digitalen Medientechnologie gegeben haben. Seit mittlerweile zwölf Jahren engagieren sich ARD und ZDF mit der Auszeichnung dafür, dass talentierte Frauen sich im Rahmen ihres Studiums mit dem Bereich der audiovisuellen Medienproduktion und -distribution auseinandersetzen.

Der erste Preis ging an Jennifer Rasch für ihre Dissertation an der Technischen Universität Berlin. Der von ihr am Heinrich-Hertz-Institut entwickelte Filter zur Videokompression ermöglicht es, die Datenrate eines Videos bei gleichbleibender Bildqualität um bis zu 1 MB pro Sekunde zu reduzieren. Angesichts der Tatsache, dass Videodaten rund 80 Prozent des globalen, privat genutzten Internetverkehrs ausmachen, kommt der Datenkompression und -reduktion bei gleichzeitiger Qualitätssicherung eine zentrale Bedeutung zu. Allein die Videoplattform YouTube dokumentiert seit 2017 eine jährliche Verdopplung des Konsums von mobilem Video.

„Die drei Preisträgerinnen sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass junge Frauen an relevanten digitalen Themen mit großartigen Forschungsergebnissen arbeiten“, so Manfred Krupp. „Wir wollen Frauen mit dem Preis gezielt fördern und sie ermuntern, in technologischen Bereichen zu arbeiten. Wir erleben einen rasanten Medienwandel, und wir brauchen neue Talente, um diese Herausforderungen bewältigen zu können.“

Der zweite Preis ging an Franziska Mertl. Ausgezeichnet wird sie für ihre Masterarbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München. Mit den im Rahmen eines Projekts beim Bayerischen Rundfunk von ihr entwickelten Algorithmen können auf Videomaterial abgebildete Personen zusammen mit den Bauchbinden sehr genau erfasst und damit automatisiert Metadaten für die Archivierung erzeugt werden.

Der dritte Preis ging an Maike Richter für ihre Bachelorarbeit an der Hochschule für Medien Stuttgart. Das von ihr am Institut für Rundfunktechnik entwickelte Messverfahren ermöglicht die Generierung zuverlässiger Richtwerte zur Lautheitskontrolle von objektbasierten Audioszenen.

Unter dem Slogan „Meine Idee schreibt Zukunft“ richtet sich der Förderpreis an Absolventinnen von Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Abschlussarbeiten sich mit aktuellen technischen Fragestellungen aus dem Bereich der audio-visuellen Medien befassen. Die Preise sollten ursprünglich im Rahmen der IFA (Internationale Funkausstellung) übergeben werden, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen musste. Deshalb fand die Preisverleihung in diesem Jahr im kleinen Rahmen bei der ARD.ZDF medienakademie, der Fort- und Weiterbildungseinrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, in Nürnberg statt. Im Herbst 2021 ist dann eine größere Doppelpreis-Präsentation für die ARD/ZDF Förderpreise 2020 und 2021 vorgesehen. Mehr Infos unter: www.ard-zdf-foerderpreis.de

Michael Draeger

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail:
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