Sandra Müller (links) und Ute Wellstein interviewen Tarek Al-Wazir.

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/ Die Grünen) hat sich gegen die Pläne des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zur Beschleunigung von Planungsverfahren gewandt.

Im hr-Sommerinterview sagte Al-Wazir am Freitag: „Ich bin sehr dafür, dass wir schneller planen und bauen. Aber ich bin nicht dafür, dass wir unsere rechtsstaatlichen Prinzipien über Bord werfen.“ Laschet hatte unter anderem vorgeschlagen, das Verbandsklagerecht einzuschränken, um Großprojekte schneller genehmigen zu können. 

Auf die Frage, ob Annalena Baerbock noch die richtige Kanzlerkandidatin für die Grünen sei, antwortete er: „Auf jeden Fall. Sie hat natürlich Fehler gemacht. (…) Aber wir haben einen Zuspruch, wie wir ihn noch nie hatten.“ Erst am Wahltag werde sich entscheiden, wie diese Wahl ausgehe. „Ich bin frohen Mutes und möchte, dass die Grünen so stark werden, dass keiner an uns vorbeikommt. Weil die Themen, die uns wichtig sind, die müssen wir in die Realität umsetzen, auch endlich wieder in der Bundesregierung.“   

 Al-Wazir verteidigte im hr-Sommerinterview den Grünen-Vorschlag, Lastenfahrräder mit einer Milliarde Euro zu subventionieren. „Niemand stellt in Frage, dass die Bundesregierung gerade für jedes E-Auto 6000 Euro Subvention zahlt. Und übrigens: für jede Ladestation, die sogenannte Wallbox, kriegt man von der KfW 900 Euro noch mal obendrauf. Das ist völlig ok, aber wenn es ums Fahrrad geht, ist es auf einmal Schwachsinn“. 

Ausgestrahlt werden die hr-Sommerinterviews immer samstags um 10.05 Uhr auf hr-iNFO, um 18.20 Uhr im hr-fernsehen sowie als Zusammenfassung um 19.30 Uhr in der „Hessenschau“, auf hessenschau.de und in den Social-Media-Angeboten der „Hessenschau“.