Nancy Faeser (vorne) wird von Ute Wellstein und  Sandra Müller (rechts) interviewt.

Die hessische SPD-Vorsitzende Nancy Faeser hat sich für mehr Druck auf Ungeimpfte ausgesprochen, um die Impfquote zu erhöhen. Im hr-Sommerinterview zeigte sie am Freitag Sympathie für das Hamburger 2G-Modell, bei dem nur Geimpfte und Genesene, nicht aber Getestete, Zutritt zu bestimmten Orten haben.

„Ich glaube, das kann helfen. Man muss dann natürlich auch Regelungen für diejenigen haben, die sich nicht impfen lassen können, ich nenne mal Schwangere. Wenn das geht und ich solche Regelungen habe, finde ich das gar nicht so unsympathisch.“

In der Frage, ob Arbeitgeber das Recht haben sollten zu erfahren, ob ihre Arbeitnehmer geimpft sind, geht sie weiter als die SPD auf Bundesebene. Dort wurde gerade vereinbart, dass in Krankenhäusern, Kitas und Schulen der Impfstatus der Arbeitnehmer abgefragt werden darf. Faeser sprach dafür aus, dass für eine gewisse Zeit auch bei der Arbeit in Großraumbüros zu ermöglichen: „Auch dort ist die Ansteckungsgefahr natürlich sehr groß, wenn sich jemand nicht hat impfen lassen.“

Sie nahm den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gegen Vorwürfe in Schutz, er grenze sich nicht klar genug gegenüber einer möglichen Koalition mit der Linkspartei ab. „Ich finde nicht, dass er eiert, weil er sehr klare Kriterien benannt hat: dass er für den Verbleib in der Nato ist, dass die transatlantischen Beziehungen zu den USA sehr wichtig sind. Das geht alles mit der Linkspartei nicht. Insofern eiert er nicht rum.“

Ausgestrahlt werden die hr-Sommerinterviews immer samstags um 10.05 Uhr auf hr-iNFO, um 18.20 Uhr im hr-fernsehen sowie als Zusammenfassung um 19.30 Uhr in der „Hessenschau“, auf hessenschau.de und in den Social-Media-Angeboten der „Hessenschau“.