Eine Collage aus den Fotos von sechs Schüler*innen

Sie klagen über Vereinsamung und zu viel Leistungsdruck im Lockdown. Drei Viertel fühlen sich "gestresst", "erschöpft" oder gar "depressiv". Am meisten vermissen hessische Schülerinnen und Schüler laut einer Umfrage des Hessischen Rundfunks (hr) aber den Kontakt zu ihren Freunden. In "Am Limit!? – Jetzt reden WIR!", ab sofort abrufbar in der ARD-Mediathek, kommen die Betroffenen per Video im Selfiemodus zu Wort.

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zum Download Collage der Schülerinnen und Schüler

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Sie beschreiben ihre Lernsituation in der Pandemie. Sie sprechen über ihre Ängste, ihre Wünsche und ihre Forderungen an die Politik. Für die siebenteilige hr-Serie "Am Limit!? – Jetzt reden WIR!" haben Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen ein persönliches Video-Tagebuch geführt. Das Ergebnis: Die Kinder und Jugendlichen empfinden, dass sich ihre Lebensqualität deutlich verschlechtert hat. Sie sagen, dass Lerndruck, Einsamkeit und Zukunftsangst zunehmen. Homeschooling, Hybridunterricht, soziale Distanz – immer wieder ändern sich die Regeln und Bedingungen an den Schulen, die Belastungen steigen durch die zweite Corona-Welle und den verlängerten Quasi-Lockdown weiter an.

Krisenstimmen aus der Quarantäne

In den jeweils 15-minütigen Folgen der Doku-Serie von Petra Boberg und Christine Rütten sprechen die Protagonisten offen über ihre Gefühlslage und die Herausforderungen im fortdauernden Ausnahmezustand: "Ich finde das supertraurig und schade, dass wir Jugendlichen gerade unsere halbe Jugend verpassen", sagt dazu eine Schülerin. Und ein Berufsschüler beklagt: "Es hört irgendwie nie auf, es fühlt sich an, als ob es unendlich weiter gehen würde. Und man hat gar nicht mehr wirklich so den Blick auf ein anderes Leben, jetzt, so wie es gerade läuft. Alles fühlt sich so leblos an."

Freunde fehlen am meisten, Lehrkräfte weniger

Die beiden anonymen hr-Umfragen im Dezember und Februar wurden rund 7.000 mal von hessischen Schülerinnen und Schülern beantwortet. Die Auswertung zeigt, dass die Video-Statements in "Am Limit!? – Jetzt reden WIR!" keine Einzelfälle darstellen:

  • Im Februar gaben 85 Prozent an, dass ihnen der Kontakt zu Freunden am meisten fehle (sieben Prozent mehr als im Dezember). Nur 20 Prozent vermissen ihre Lehrer. 
  • Gestresst, überfordert, depressiv oder erschöpft - so negativ beschreiben drei Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler aus Hessen ihre aktuelle Situation im Homeschooling. Viele der Befragten sind frustriert und überfordert, weil sie mehr Arbeitsaufträge erledigen müssten als in der Schule. Andere fühlen sich psychisch stark belastet und berichten von Essstörungen und Schlafmangel.
  • 70 Prozent wünschten sich im Dezember, dass Tablets im Unterricht verstärkt zum Einsatz kommen, im Februar wollen dies nur noch 58 Prozent. 36 Prozent haben sich im Dezember mehr Online-Unterricht für die Zukunft gewünscht, jetzt sind es nur noch 24 Prozent.
  • Insgesamt gab gut die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an, dass es ihnen "viel schwerer" oder "eher schwerer" falle, ihre Aufgaben zu erledigen. Nur 13 Prozent kommen "eher" oder "viel leichter" zurecht.
  • Im Dezember wollten rund 38 Prozent von Zuhause aus unterrichtet werden, im Februar nur noch 25. Dreiviertel der Schülerinnen und Schüler wollen wieder in die Schule – sei es im normalen Unterricht wie vor der Pandemie (32), in geteilten Klassen (21) oder im Hybrid-Unterricht mit Online- und Präsenzunterricht im Wechsel (23 Prozent).
  • Die aktuelle Schulsituation bewerten die Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt mit der Schulnote 4+ (Mittelwert 3,6, im Dezember 3,9).

Die ersten drei von sieben Folgen der Serie "Am Limit!? – Jetzt reden WIR!" sind bereits in der ARD-Mediathek abrufbar. Die Filme und die Schüler-Umfrage des hr stehen auch im Zentrum des crossmedialen hr-Thementages am 23. Februar. Fast alle Hörfunkprogramme, das hr-fernsehen sowie hessenschau.de bringen Beiträge, Reportagen und Gespräche zur Diskussion um Schulen in der Pandemie und stellen die wichtigsten Ergebnisse der hr-Umfrage vor.

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Zur Produktion: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wurden vom hr mit einer Smartphone-App ausgestattet, um ihre Video-Kommentare für die Serie auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen zu können. 

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Christian Arndt


Pressereferent hr-iNFO
Christian Arndt
Telefon: +49 (0)69 155-5864
E-Mail: christian.arndt@hr.de