Ute Wellstein und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier im Botanischen Garten in Gießen
Ute Wellstein und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier im Botanischen Garten in Gießen. Bild © hr

Hessens Ministerpräsident und CDU-Chef Volker Bouffier will ein „Hessenticket“ für ehrenamtlich engagierte Menschen. Im Sommerinterview des hr-fernsehens verwies er auf das kostenlose Job-Ticket für die Landesbediensteten und das hessenweit gültige Schülerticket, das pro Tag einen Euro kostet.

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Ein ähnliches Ticket müsse es auch für alle geben, die ehrenamtlich tätig seien und die Ehrenamtscard besäßen:

„Diese Ehrenamtler sind der Kitt einer Gesellschaft. Die werden wir in Zukunft nicht weniger brauchen. Diese Arbeit können und wollen wir nicht bezahlen – aber anerkennen. Deshalb möchte ich, dass wir das Hessenticket auch für die Ehrenamtlichen in Zukunft einsetzen.“

Gleichzeitig habe ein solches Ticket einen gesellschaftlichen Nutzen, weil es für die Umwelt gut sei. Außerdem kündigte Bouffier ein Programm an, um Lücken im hessischen Mobilfunknetz zu schließen.

„Wir haben in Hessen Funklöcher, die müssen wir abbauen. Wir haben in Hessen Bereiche, abgelegene Dorfteile, die sind schlecht versorgt. Deshalb werden wir mit einem Förderprogramm des Landes diese Funklöcher beseitigen. Die Bereiche, wo die Anbieter nie hingehen, weil sich das für sie nicht rechnet, werden wir von Landesseite entsprechend unterstützen.“

In dem am Donnerstag vorgestellten „Hessenplan Plus“ seines SPD-Herausforderers Thorsten Schäfer-Gümbel vermisst Bouffier Aussagen zur Finanzierbarkeit. Das unterscheide die beiden Konkurrenten sehr, mit ihm werde es kein Zurück zum Schuldenmachen geben. Im Falle einer großen Koalition nach der Wahl sieht Bouffier dort eine rote Linie:

„Das kann gar nicht anders sein, das ist meine tiefe Überzeugung. Im Übrigen haben wir gemeinsam beschlossen, immerhin 75 Prozent der Hessen, dass wir das in unserer Verfassung so festhalten. Ich finde, das ist ein Verfassungsbefehl, den die Politik auch einhalten soll.“ (2011 hatte es einen Volksentscheid zur Schuldenbremse in Hessen gegeben, Anm. d. Red.)

Für die Bemerkung von FDP-Spitzenkandidat René Rock, er habe auf Bouffiers Schreibtisch zwar einen Aschenbecher, aber keinen Computer gesehen, hatte der Ministerpräsident nur eine kurze Antwort:

„Wissen Sie, es gibt sogar Laptops, die auf diesem Schreibtisch liegen – vielleicht hat er die übersehen.“

Das Interview fand im Botanischen Garten in Gießen statt, mit dem Bouffier Kindheitserinnerungen verbindet – als er über die Mauer kletterte, um im eigentlich geschlossenen Garten Indianer zu spielen.

Das Interview führte Ute Wellstein, Leiterin des hr-Fernsehstudios im Landtag. Eine Zusammenfassung des Gesprächs zeigt die „Hessenschau“ am heutigen Samstag um 19.30 Uhr. Das gesamte Interview strahlt das hr-fernsehen am Sonntag, 19. August, um 18.15 Uhr aus.

Michael Draeger
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail: michael.draeger@hr.de