Die Ziegenbauern Timo Haas (links) und Frank Simon

Frank Simon und Timo Haas sind Partner, privat wie auch im Beruf: Sie sind Ziegenbauern, beide in den 40ern, verheiratet. Als sie sich vor gut 20 Jahren kennenlernten, wagten sie einen großen Schritt: Sie gaben ihre alten Berufe auf und wurden Landwirte. Jetzt versuchen sie, mit ihren rund 300 Ziegen auf dem umkämpften Lebensmittelmarkt zu bestehen. Das hr-fernsehen zeigt „Die Ziegenbauern  vom Bergwinkel“ am Dienstag, 6. November, um 20.15 Uhr in der Reihe „Erlebnis Hessen“.

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Der Film von hr-Autorin Juliane Hipp begleitet die beiden durch ihren Alltag – vom Winter bis in den Spätsommer – und zeigt, mit wie viel Mut und Kraft die beiden ihr Lebensprojekt geschaffen haben und mit welchen Herausforderungen sie bis heute zu kämpfen haben. Außerdem stellt der Film dabei auch Projekte im Main-Kinzig-Kreis vor, die kleine Erzeuger und Händler unterstützen und Missstände in der Lebensmittelproduktion abbauen wollen. Anfangs wurden die Ziegenbauern belächelt und als schwules Paar nicht von allen im Dorf akzeptiert. Ein schwuler Bauer zu sein, das scheint auch heute noch nicht selbstverständlich. Unterstützung erhalten Homosexuelle in grünen Berufen übrigens von der Organisation „GayFarmer“.

2000 kauften Frank Simon und Timo Haas einen alten, heruntergekommenen Hof im 96-Seelendorf Gomfritz im Schlüchterner Ortsteil Klosterhöfe und begannen ihn umzubauen, um für sich und ihre Ziegen Platz zu schaffen. Inzwischen produzieren sie gut drei Tonnen Ziegenkäse pro Jahr und haben die Lizenz zum Biobetrieb nach EU-Richtlinien. Auch einen festen Arbeitsplatz für eine Mitarbeiterin in der Käserei haben sie geschaffen.

Der Betrieb der beiden Ziegenbauern muss rund um die Uhr laufen, und sie brauchen genügend Vermarktungsmöglichkeiten für ihren „Klosterhöfer Ziegenkäse“ – der Hofladen allein reicht da nicht aus. Sie beliefern daher auch einige Supermärkte, verkaufen auf Veranstaltungen und Märkten. Der kleine Laden „Um‘s Eck“ von Corinna Ruth in Flörsbachtal-Lohrhaupten im hessischen Spessart ist einer der Abnehmer. Der Dorfladen ist wichtiger Treffpunkt im Ort und bietet eine breite Palette regionaler Spezialitäten.

Der Verein „SPESSARTregional“ unterstützt die Dorfläden in der Region,  will mit EU-Fördermitteln und mit Mitteln des Landes Hessen die Infrastruktur im Spessart verbessern. Regionalmanagerin Sabine Jennert hat die Marke „Regionale Geschmacksvielfalt“ auf den Weg gebracht, die regionale Erzeuger und Dorfläden besser vernetzen soll. Mit dem Projekt „Food Heroes“ soll jetzt auch ein länderübergreifendes EU-Projekt umgesetzt werden, um zum Beispiel Ziegenfleisch für den Verbraucher attraktiver zu machen, damit eigentlich zu viel geborene Ziegenlämmer in der Region bleiben können und nicht zur Mast quer durch Europa gekarrt werden.

Auch in Gelnhausen kann man den Klosterhöfer Käse kaufen – und noch vieles mehr: Im Verwaltungsgebäude des Main-Kinzig-Kreises gibt es einen für die regionalen Bauern kostenfreien Laden, in dem sie ihre Produkte vermarkten können. Der Kreis-Bauernverband übernimmt die Rolle des Einzelhandels, zieht aber für sich nur die Lohnkosten für die Verkäufer im Laden ab.

Marco Möller

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de