Die Offenbacher Comicautorin Christina Plaka
Die Offenbacher Comicautorin Christina Plaka Bild © hr/Christina Plaka

Eine Manga-Künstlerin aus Offenbach, ein Gelnhäuser Film über das Glück, die Liebe und den Tod und ein jüdischer Fotograf aus Frankfurt - das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 8. November, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

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Faszination Mangas – Wie eine Offenbacherin japanische Comics zu ihrem Lebensmittelpunkt macht

Christina Plaka ist „Mangaka“, eine der bekanntesten Manga-Zeichnerinnen Deutschlands. Nur knapp zehn Künstlerinnen und Künstler gibt es deutschlandweit, die professionell im japanischen Comic-Stil zeichnen. Mangafiguren haben meist große Kulleraugen, einen runden Kopf und eine Stupsnase; erzählt werden oft Heldengeschichten. In Japan gehören Mangas zum Alltag, sind bei Jugendlichen und Erwachsenen sehr beliebt. Auch bei uns sind die japanischen Comics stark im Kommen. Der Manga-Markt ist der größte Comic-Markt weltweit. Christina Plaka zeichnet ihre Geschichten oft mit autobiografischen Inhalten. Sie ist Deutsch-Griechin, in Offenbach aufgewachsen und hat in Frankfurt Japanologie studiert. In Japan hat sie als erste Europäerin einen japanischen Uni-Abschluss in Manga-Studien absolviert. Mangas sind seitdem zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden. Sie reist viel in den fernen Osten und hat in Offenbach eine Manga-Zeichenschule gegründet. Ihre eigenen japanischen Comic-Bücher hat sie beim renommierten Carlsen Verlag veröffentlicht – unter anderem eine Manga-Geschichte über Offenbach. „Hauptsache Kultur“ hat die 35-Jährige in ihrer Zeichenschule besucht und sie an weitere Orte in Offenbach begleitet, um sich die faszinierende Kunst der Manga vor Ort demonstrieren zu lassen.

Mit Schlappmaulhumor dem Sterben trotzen - Ein Gelnhäuser Film über das Glück, die Liebe und den Tod

Es ist eine romantische Vorstellung: Verliebt, verlobt, verheiratet – und dann gemeinsam alt werden. Wie aber gehen Paare damit um, wenn ein Partner in absehbarer Zeit stirbt? Zwei junge Dokumentarfilmerinnen, zwei Schwestern aus Gelnhausen, haben ein ganz besonderes Ehepaar mehrere Jahre lang filmisch begleitet: Adelheid und Kornelius, seit 53 Jahren zusammen, schrullig, sympathisch, stadtbekannt – Tandem fahrend oder mit Bollerwagen unterwegs, oft dabei Gedichte rezitierend, so kennt man die beiden in Gelnhausen. Körperliche und geistige Fitness werden großgeschrieben; die Rollen sind fest verteilt: Kornelius gibt den strengen Ton an, Adelheid im selbstgenähten, oft schrillen Outfit kommentiert mit lockeren Sprüchen, macht anstandslos alles mit. Doch seit bei Kornelius Krebs diagnostiziert wurde, müssen sich die beiden dem Thema „Abschied“ stellen. Und sie machen es auf ihre ganz eigene, eigensinnige, bemerkenswert heitere Weise. „Adelheid, Kornelius und die Töde“ wird jetzt zum ersten Mal auf dem 35. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest gezeigt. Nächstes Jahr soll der Film ins Kino kommen. „Hauptsache Kultur“ hat sich mit den beiden Filmemacherinnen Kirstin und Maren Schmitt in Gelnhausen getroffen und gefragt: Was treibt zwei so junge Frauen an, sich mit dem Alter, mit Krankheit und Tod zu befassen? Was haben sie durch die Dreharbeiten mit Adelheid und Kornelius über das Leben erfahren?

Bilder sagen mehr als tausend Worte – Wie ein jüdischer Fotograf den Antisemitismus bekämpft

Rafael Herlich ist ein wichtiger Chronist des jüdischen Lebens in Deutschland und reist dafür durch die ganze Welt. Er fotografiert in Synagogen, bei religiösen Ritualen, auf Festen, aber auch den gewöhnlichen Alltag, in den Familien, bei Begegnungen von Holocaust-Überlebenden mit ihren Enkeln. Seit vierzig Jahren lebt der in Tel Aviv geborene Fotograf in Frankfurt. Dieser Stadt hat er nun mit seinem jüngst erschienenen Bildband „DiverCity FFM“ eine Art Hommage gewidmet. mit Fotografien, die die Vielfalt der in Frankfurt vertretenen Religionen aus 170 Herkunftsländern dokumentiert. Ein Bildband, mit dem er nun auch aufrütteln will: gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Denn mit großer Besorgnis beobachtet der gebürtige Israeli einen wachsenden Antisemitismus, auch in Deutschland, und dort vor allem an Schulen: „Es wird wieder schlimmer. Kinder werden drangsaliert, weil der Vater sie mit der Kippa auf dem Kopf zur Schule bringt. Andere derart gemobbt, dass sie die Schule verlassen und keiner nach ihnen fragt.“ Rafael Herlich hält deshalb Vorträge an Schulen, er zeigt seine Fotos und erzählt die tragische Geschichte seiner jüdischen Familie. Herlich sucht aber auch den Kontakt zu anderen Konfessionen, wie jetzt für seinen neusten Bildband, für den er verschiedene religiöse Gemeinden besuchte, um dort die Menschen zu fotografieren, wie in der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde oder bei den Sikhs in Frankfurt. Seine Fotos werden nun auch in einer Ausstellung gezeigt, die bald auch in anderen Städten weltweit zu sehen sein wird. „Wir wissen zu wenig voneinander, brauchen dringend mehr Respekt und den Dialog“, so der Appell des Fotografen – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht. „Hauptsache Kultur“ war mit dem Fotografen in Frankfurt unterwegs, in Synagogen, beim Freitagsgebet in der Ahmadiyya-Moschee und in einer Schule, die mit antisemitischen Vorfällen zu kämpfen hat.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de