Links: ein weißer Transporter, rechts: gestapelte Munitionskisten
Ein auf der A7 kontrollierter Transporter einer privaten Spedition mit ungesicherter Munition im Laderaum Bild © hr

Wenn die Bundeswehr Munition durch Deutschland transportieren muss, dann greift sie auch auf zivile Speditionen zurück. Das zeigen Recherchen der „Hessenschau“ im hr-fernsehen.

Bei Dreharbeiten mit der Autobahnpolizei auf dem Autohof Kirchheim haben hr-Reporter einen solchen Transporter entdeckt. Er war nur mit einem Zivilisten als Fahrer besetzt, ansonsten unbewacht und lediglich mit einem Gefahrenzettel gekennzeichnet.

Das zuständige Logistikkommando der Bundeswehr bestätigt dem hr die Transporte: „Die Logistik der Bundeswehr stützt sich auf eigene sowie auf dem freien Markt vorhandene Transportkapazitäten ab. […] Die jeweiligen Auftragnehmer (Spediteure, Flugunternehmen) übernehmen dabei die Fracht und liefern sie an die am Zielort befindlichen Bundeswehrkontingente oder Bundeswehrdienststellen. Die Planungen ziviler Vertragspartner (Route, Transportmittel etc.) erfolgen dabei durch die Unternehmen selbst.“

Die verteidigungspolitische Sprecherin  der Linken im Bundestag, Christine Buchholz, fordert Aufklärung: „Es kann nicht sein, dass Munition auf Fahrzeugen durch die Republik gekarrt wird, die nicht anständig gesichert ist, und möglicherweise Situationen entstehen können, wo die Ladung nicht bewacht ist. Wir hatten es in der Vergangenheit öfter, dass Munition an verschiedenen Stellen entwendet wurde, und das ist natürlich ein völlig unkalkulierbares Risiko für die Öffentlichkeit.“

Der bei den Dreharbeiten in Kirchheim kontrollierte Laster hatte laut Deklaration mehrere Paletten Patronen für Handfeuerwaffen geladen. Unter Handfeuerwaffen fasst die Bundeswehr neben Pistolen auch Gewehre, Maschinenpistolen, Maschinengewehre und Panzerfäuste zusammen.

Mehr Informationen auf hessenschau.de und heute Abend um 19.30 Uhr im hr-fernsehen.

Michael Draeger
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
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