Frank Kunerts Miniaturmodell "Ein Platz an der Sonne"
Frank Kunerts Miniaturmodell "Ein Platz an der Sonne" Bild © hr/Frank Kunert

Die faszinierenden Welten des Modellbauers und Fotografen Frank Kunert, die Geschichte des legendären Clubs „Hazienda“ im Vogelsberg und der Lebenskünstler, Spekulant und Schriftsteller Klaus Barski – das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 3. Mai, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

Verspielt und kritisch – Die faszinierenden Miniaturwelten von  Frank Kunert

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Frank Kunert ist Fotograf und Modellbauer in einem. Seine Arbeit besteht darin, Miniaturwelten zu erschaffen und diese dann zu fotografieren. Seine rein fiktiven Werke wirken oft verblüffend echt. Mit der Liebe zum Detail trickst er die Wahrnehmungen des Betrachters aus. Oftmals erkennt man erst auf den zweiten Blick, dass seine Fotos keine Abbildungen der Realität sind, sondern modellierte, „kleine Welten“. Seine Motive sind durchaus gesellschaftskritisch, aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern.

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So sieht man in seinem Foto „Ein Platz an der Sonne“ zum Beispiel einen brandneuen Luxus-Bungalow mit weit ausragendem Balkon, der dem benachbarten heruntergekommenen Reihenhaus unangenehm auf die Pelle rückt. Ein Thema taucht in Frank Kunerts Werken immer wieder auf: Wohnraum. Denn dahinter verbirgt sich für den gelernten Fotografen eine ganz eigene Geschichte. Vor knapp acht Jahren musste er seine Heimat Frankfurt verlassen, weil die Mieten immer teurer wurden und er sich kein größeres Atelier mehr leisten konnte. Seitdem wohnt er in Boppard am Rhein. Die Fragen „Wo leben Menschen?“ und „Wo ist Platz für sie in Großstädten?“ taucht in seinen Fotografien deshalb immer wieder auf. „Hauptsache Kultur“ hat den Künstler in seiner Wahlheimat besucht und sich zeigen lassen, wie die herrlich absurden Miniaturwelten entstehen.

Legendäre Disko-Geschichte – Als Marianne Rosenberg, Boney M. und die Puhdys in den Vogelsberg kamen

Engelrod hat 600 Einwohner und liegt mitten im Vogelsberg: ein kleines, verträumtes Örtchen. Kaum einer, der es nicht selber erlebt hat, ahnt, dass hier hessische Disko-Geschichte geschrieben wurde: Die Topstars der 70er und 80er Jahre sind hier aufgetreten, darunter Marianne Rosenberg, die Puhdys, Howard Carpendale und sogar Boney M. „Viele Stars haben sich verfahren und Engelrod erst überhaupt nicht gefunden“, berichtet Irmi Roth, die 1974 gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Charly den Club „Hazienda“ eröffnete. „Damals gab es ja noch kein Navi und kein Handy“, erzählt sie lachend weiter. Charly Roths Eltern besaßen ein gut gehendes Gasthaus, das auch viele junge Leute besuchten. Und so entwickelten die beiden die Idee, eine Tanzbar zu eröffnen. Zweifellos traf die „Hazienda“ den Zeitgeist, denn viermal in der Woche war die Bude rappelvoll. Um die 1.000 Menschen feierten, tanzten und umjubelten ihre Stars, die damals kaum Berührungsängste hatten: Extra für die Dreharbeiten mit „Hauptsache Kultur“ hat Irmi Roth alte, verschollen geglaubte Filmaufnahmen entdeckt, die die blutjunge Sängerin umringt von Fans zeigen.

Klaus Barski, Lebenskünstler, Spekulant und Schriftsteller – Warum ein Millionär mit Dollarnoten um sich wirft

Wo vor Jahren noch die Europäische Zentralbank in der Stadtmitte von Frankfurt angesiedelt war, steht ein Mann vor einem Rolls Royce und wirft Geldscheine ins Volk – Klaus Barski, Multimillionär aus Königstein. Es soll Dollars regnen, kübelweise. Die Aktion ist ein Werbegag des Schauspiels Frankfurt für die nächste Uraufführung am 5. Mai: „Stimmen einer Stadt“, einer Reihe von poetischen Monologen. Eine dieser Stimmen, die von Schauspielern auf die Bühne gebracht werden, ist die von Klaus Barski, dem Multimillionär. Klaus Barski ist aber keine Fiktion. Klaus Barski ist echt, fährt gerne Rolls Royce und zeigt auch gerne seine Millionen. Angefangen hat er in den 60er Jahren ganz klein, als Straßenmaler in Paris und als Auslieferer für Gemüsemärkte. Dann kam die große Wende: Klaus Barski verdiente fortan sein Geld als Immobilien-Spekulant und hat es zu Reichtum gebracht. Dabei wollte er eigentlich immer Journalist werden, erzählt er, aber das habe nicht geklappt. Deshalb schreibe er sein Leben in Romanen nieder. Ein Märchenerzähler sei er, schon als Kind habe er immer gerne Geschichten erzählt. In den Gesprächen mit „Hauptsache Kultur“ verrät Klaus Barski auch, wie man zu Millionen kommt, und er hat eine Antwort auf die explodierenden Mietpreise und die Not auf dem Wohnungsmarkt.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de