Wilde Camper Fulda
Die Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke. Bild © hr/Marco Möller

Hunderte Lastwagen pro Tag, dazu tausende Pkw - so sieht es an der Niesiger Straße in Fulda aus. Was kann man gegen den vielen Lkw-Verkehr dort und anderswo tun? Diesen und weiteren Fragen gehen die "Wilden Camper" am Mittwoch, 4. Juli, um 21 Uhr im hr-fernsehen nach.

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„Wenn wir unsere Schallschutz-Fenster nicht hätten, wäre an Schlaf überhaupt nicht zu denken. Lüften oder bei offenem Fenster schlafen geht nicht.“ So beschreibt Elvira Storch ihren Alltag. Sie wohnt an der Niesiger Straße in Fulda. Knapp 1.000 Lastwagen und 12.000 Pkw fahren hier laut Hessenmobil jeden Tag entlang. Doch auch andere Orte in Hessen kämpfen mit dem Verkehr, vor allem mit den vielen Lkw. Was kann man dagegen tun? Diesen und weiteren Fragen gehen die „Wilden Camper“ im hr-fernsehen nach, zu sehen am Mittwoch, 4. Juli, um 21 Uhr.

Die Moderatoren Daniel Mauke und Julia Tzschätzsch haben bei der Aufzeichnung der Sendung ihr Campingmobil direkt an der Niesiger Straße in Fulda geparkt und dort Bürger, Spediteure und Politiker an den Tisch geholt.

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Ein Lösungsvorschlag in der Runde: Logistik-Unternehmen sollten umziehen. Raus aus dem Industriepark West und näher an die Autobahn, dann müssten die Lkw nicht mehr durch die Stadt fahren. „Finde ich top“, sagt dazu Andreas Jäschke, der Geschäftsführer der Spedition VTL. „Das wäre für uns ja auch viel wirtschaftlicher. Das Problem: Wir haben 12 Millionen Euro investiert. Das muss uns jetzt jemand abkaufen.“ Den Ärger der Anwohner kann er nachvollziehen. Die Route durch die Niesiger Straße zur Autobahn sei für seine Firma aber die kürzeste und damit die wirtschaftlichste. Bürgermeister Dag Wehner (CDU) äußert sich in einem vorab aufgezeichneten Interview. Ein Lkw-Fahrverbot für die Niesiger Straße schließt er aus, weil das den Verkehr nur verlagern würde. Vor den gesundheitlichen Folgen des Lärms warnt der Psychologe Jürgen Hartmann. Es komme zu massiven Schlafstörungen, was dann zum Beispiel auch zu Depressionen führen kann. Die Lösungsvorschläge der Runde in Fulda zeigen die „Wilden Camper“ im hr-fernsehen.

Drei Fragen an die „Wilden Camper“ Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke:

Wie laut war es denn bei den Dreharbeiten?

Daniel Mauke: Auf die Dauer geht es schon an die Nerven: Wenn man an der Straße ein Gespräch führen möchte, aber regelmäßig 40 Tonnen an einem vorbeischeppern.

Julia Tzschätzsch: Zu Beginn unserer Sendung war es tatsächlich sehr laut, da kam ein Lkw nach dem anderen, und wir mussten stimmlich ordentlich Gas geben. Zwischendrin gab es aber auch mal „Luft“, also fünf Lkw-freie Minuten.

Die einen wollen ruhiger leben - die anderen müssen auf die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens achten. Wie festgefahren sind die Standpunkte eurer Meinung nach?

Julia Tzschätzsch: Geradezu einbetoniert! Eigentlich gibt es nur eine Lösung, die alle befriedigen würde. Ein Lkw-Durchfahrverbot für bestimmte Straßen. Also muss die Stadt Fulda handeln.

Daniel Mauke: Die Anwohner würden sich bestimmt auch auf einen Kompromiss einlassen, wenn es dadurch etwas ruhiger wird. Nur: wie soll der aussehen? Wir haben in der Sendung erfahren: es geht nur ganz oder gar nicht.

Welche Lösungsmöglichkeit hat euch am meisten beeindruckt?

Julia Tzschätzsch: Der Chef eines riesigen Speditionsunternehmens hat angeboten, alle Anwohner der Niesiger Straße zum Grillen in die Firma einzuladen. Das fand ich zumindest schon mal nett.

Daniel Mauke: Stimmt, nur eine richtige Lösung war es natürlich leider nicht. Er hat aber auch angeboten, mit der ganzen Firma näher an die Autobahn zu ziehen, dann wären die Lkw weg. Dafür müsste die Stadt ihm aber das jetzige Grundstück abkaufen. Am Ende bleibt eigentlich nur eine Lösung: das Lkw-Fahrverbot, darüber muss die Stadt entscheiden.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de