Kuhgespann in einem hessischen Dorf
Kuhgespann in einem hessischen Dorf Bild © hr/Walter Löber

Ein wahrer Foto-Schatz aus unbekannten Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 30er Jahren, eine Otto-Waalkes-Ausstellung in Frankfurt und ein Musical über Bad Vilbel – das sind unter anderem die Themen der aktuellen Ausgabe von „Hauptsache Kultur“ am kommenden Donnerstag, 26. April, um 22.45 Uhr im hr-fernsehen. Präsentiert wird das Kulturmagazin von Cécile Schortmann.

Zeitreise durch Hessen – Wie der Fotograf Walter Löber das Leben auf dem Land in den 30er Jahren festhielt

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Es sind Fotos von einem Hessen, das es so nicht mehr gibt: Frauen in Trachten, die mit Kuchenblechen über Pflasterstein-Straßen laufen. Kinder, die einem Siebmacher bei der Arbeit zuschauen. Ein Mädchen, das zwei Kühe zum Tränken an einen Brunnen zieht. Der Alltag auf dem hessischen Land, wie er in den 30er Jahren üblich war. Festgehalten wurden diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen von dem Hobbyfotografen Walter Löber (1906-1968) aus Donsbach. Der gelernte Schreinergeselle hatte sich 1932 eine Leica-Kamera gekauft und ist mit ihr auf seinem Moped durch die hessische Provinz gereist. Mehr als 3.000 Bilder von Volksfesten, Feldarbeiten und Brunnenszenen sind erhalten geblieben. Sie zeigen das Leben der Hessen vor dem Krieg – die bescheidenen, teils harten Lebensverhältnisse, aber auch das Gemeinschaftsleben. Und mit den Hakenkreuz-Fahnen auch das drohende Unheil … – Diethard Löber, der Sohn von Walter Löber, hat die Fotosammlung nach dessen Tod entdeckt und sie dem Hessenpark vermacht. Für den Historiker Thomas Ostendorf vom Hessenpark der Beginn einer großen Recherche. Wo sind die Fotos gemacht worden, welche Dörfer sind abgebildet? Er ließ die Bilder digitalisieren und ruft nun in einer Ausstellung und mit einem Foto-Buch die Hessen zur Hilfe auf. „Hauptsache Kultur“ hat Thomas Ostendorf und Diethard Löber getroffen und sich mit ihnen auf eine Zeitreise durch ein fast vergessenes Hessen begeben.

Nicht nur Ottifanten – Otto Waalkes ist mit einer großen Ausstellung in Frankfurt zu Gast

Bekannt wurde er als Blödelbarde der Nation, dabei wollte Otto Waalkes eigentlich Zeichner werden. In Hamburg schrieb er sich 1970 für ein Kunstpädagogikstudium ein, und schon als Schüler erfand er sein gekritzeltes Markenzeichen: den Ottifanten. Jetzt zeigt das Caricatura Museum Frankfurt 200 ausgewählte Werke des Ostfriesen. Ob in Öl oder mit dem Bleistift, es ist Ottos Blick auf die Kunstgeschichte. Aber warum eine Otto-Ausstellung ausgerechnet am Main statt in seiner Wahl-Heimat Hamburg? Otto hat Freunde in Frankfurt. Schon Anfang der 1970er lieferten sie dem Rebellen des deutschen Humors zuverlässig die Pointen – allesamt Mitglieder der Neuen Frankfurter Schule: Bernd Eilert, Robert Gernhardt und Pit Knorr. Ottos Erfolg auf der Bühne drängte schnell den bildenden Künstler in ihm in den Hintergrund. Doch gezeichnet und gemalt hat er immer. „Hauptsache Kultur“ hat Otto gemeinsam mit seinem Freund Bernd Eilert im Caricatura Museum getroffen. „Otto – Die Ausstellung“ ist noch bis zum 2. September zu sehen.

Bad Vilbel – Eine Stadt und ihr Musical

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Musical-Städte gibt‘s in Deutschland einige: Hamburg, Bochum und auch Fulda. Aber ein Musical für eine Stadt gab es bisher nicht, das musste noch geschrieben werden. Bad Vilbel, das etwas im Schatten von Frankfurt liegt, sagte sich, wir sind auch wer, und brachte sein eigenes Musical auf die Bühne, das nun folgerichtig „Bad Vilbel. Das Musical“ heißt. Ein Frankfurter Bub kommt nach Bad Vilbel, verliebt sich dort in ein Mädchen, will es mit nach Frankfurt nehmen, aber am Ende kommt es doch ganz anders. Herzschmerz, Irrungen und Wirrungen, Happy End sind nun wirklich nichts Neues. Neu aber ist, was die Bad Vilbeler für ihr Musical alles getan haben, um es auf die Bühne zu bringen. Alle Sparten der Kultur – Schauspiel, Musik, Film – zogen an einem Strang. Jeder in der Stadt, der wollte, konnte sich in irgendeiner Weise einbringen. Die Menschen in Bad Vilbel rückten näher zusammen. Und so kam es, dass ein kulturelles Projekt so etwas wie Heimat stiftet. „Hauptsache Kultur“ hat die Musical-Macher begleitet und war bei der Premiere dabei.

„Hauptsache Kultur“ berichtet über Kulturhighlights in Hessen, über Trends und Tendenzen, über Skandale und Flops. Das aktuelle Kulturmagazin stellt aufregende Macher der hessischen Kulturszene vor, blickt hinter die Kulissen, mischt sich meinungsstark in Debatten ein: aktuell, überraschend, kontrovers.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de