Ute Wellstein im Sommerinterview mit Volker Bouffier (CDU)

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat zum ersten Mal angedeutet, dass er womöglich nicht mehr die ganze Legislaturperiode im Amt bleiben wird.

Im hr-Sommerinterview hatte Moderatorin Ute Wellstein darauf verwiesen, dass er das Amt von Roland Koch mitten in der Legislaturperiode übernommen und so als Ministerpräsident in den Wahlkampf gehen konnte. „Werden Sie Ihrem Nachfolger auch diesen Startvorteil gönnen? „Das werden wir dann beraten, wenn es soweit ist. Aber dafür spricht viel“, sagte Bouffier.

Bouffier war im Frühjahr an Hautkrebs erkrankt. Der gelte im Moment als besiegt. „Wenn das weiter so bleibt, werde ich meine Aufgabe mit Freude und voller Kraft machen. Und wenn dann der Punkt kommt, an dem man sagt ‚Jetzt ist es aber mal gut‘, dann gehe ich davon aus, dass die hessische CDU wie bisher auch eine klare Antwort gibt.“

Angesichts der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zeigte sich Bouffier sicher, dass die CDU zu ihrem Versprechen stehen werde, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten: „Wir würden politischen Selbstmord begehen als CDU, wenn wir an dieser Front einknicken [...]. Ich habe keinen Zweifel, dass es gilt, was wir vereinbart haben."

Bouffier zieht einen Vergleich mit der SPD: Als die sich für die Linke geöffnet habe, hätte dabei die SPD verloren, nicht die Linke. Deswegen sei selbst eine Entscheidung auf Landesebene in Sachen AfD auch relevant für den Rest der Republik: „Das ist eine Grundsatzfrage.“

Das Interview führte Ute Wellstein, Leiterin des hr-Fernsehstudios im Landtag. Eine Zusammenfassung des Gesprächs zeigt die „Hessenschau“ am heutigen Samstag um 19.30 Uhr. Das gesamte Interview strahlt das hr-fernsehen am Sonntag, 1. September, um 11.20 Uhr aus, außerdem ist es auf hessenschau.de abrufbar.