Die Dachdeckergesellin Larissa Würtenberger bei der Arbeit.
Die Dachdeckergesellin Larissa Würtenberger bei der Arbeit. Bild © hr

Die Konjunktur am Bau brummt. Doch viele Unternehmen können nicht alle Aufträge abarbeiten, weil Leute fehlen. Das hr-fernsehen geht dem Thema mit drei "Hessenreportern" auf den Grund, zu sehen ab Dienstag, 30. April, um 21:45 Uhr.

„Wir haben alle zu wenig Leute“, sagt Frank Schimmer, Chef eines Gerüstbau-Unternehmens aus Südhessen, „und auf jeder Baustelle geht etwas schief“. Die Folgen sind Verzögerungen und Ärger mit den Bauherren. So wie ihm geht es vielen: Im Baunebengewerbe fehlt Nachwuchs, die Mitarbeiter kommen mit der Arbeit nicht hinterher. In drei Filmen geht das hr-fernsehen in seiner Reihe „Hessenreporter“ ab dem 30. April um 21.45 Uhr der Frage nach, warum immer weniger junge Menschen Handwerker werden wollen, und wie die Betriebe damit umgehen. Die beiden weiteren Folgen laufen am 7. und 14. Mai.

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zum Download Foto: Die Dachdeckergesellin Larissa Würtenberger

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Ein Beispiel ist Dachdecker Matthias Endres aus dem südhessischen Trebur. Mit 15 Jahren hat er begonnen, in seinem Beruf zu arbeiten. Jetzt ist er Mitte 40, Chef der Firma Falter und hat 50 Mitarbeiter. Über unwillige Auszubildende hat er sich lange geärgert. Dann kam Larissa Würtenberger, eine zierliche junge Frau, die ihre Ausbildung erfolgreich durchlief. Eine seltene Ausnahme. Wer den Beruf des Dachdeckers erlernt, hat oft schlechte Schulzeugnisse. Am ehesten lassen sich junge Migranten mit mäßigen Sprachkenntnissen auf eine Ausbildung ein.

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zum Download Foto: Der Gerüstbautrupp der Firma Schimmer

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Ein ähnlich schlechtes Image haben Gerüstbauer. Beim Spezial- Gerüstbauer Schimmer in Weiterstadt bei Darmstadt kommen die Lehrlinge aus Eritrea. Es sind junge Flüchtlinge, die sich reinknien. Deutscher Dünkel gegenüber Bauberufen ist ihnen fremd. In ihrer Heimat hat Ausbildung, noch dazu in einem Handwerk, hohes Ansehen. Die Chefs von Gerüstbau Schimmer betreuen ihre Angestellten persönlich, vermitteln bei Mietproblemen, beraten bei Schulden, helfen bei privaten Konflikten. Seit sie sich auch als Familienersatz begreifen, läuft es besser: Auszubildende und Gesellen kommen gern und bleiben länger im Unternehmen.  

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zum Download Foto: Üben für die Zwischenprüfung

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Anders geht es dagegen Tischlermeister Jürgen Pfarr im nordhessischen Edermünde. Er hat keine Probleme, Auszubildende zu finden, und profitiert vom kreativen Image seines Handwerks. Nach der Ausbildung allerdings gehen die jungen Leute weg: Sie studieren Innenarchitektur oder gehen auch mal auf Wanderschaft. Aufträge gibt es genug, die Verwaltung des Betriebs könnte ohne weiteres noch mehr Arbeit koordinieren. Das Unternehmenswachstum ist ausschließlich durch fehlendes Personal begrenzt.

Weitere Informationen

Die 30-minütigen Reportagen im Überblick, jeweils dienstags um 21.45 Uhr im hr-fernsehen:

  • 30. April: Handwerker für Hessen: Dachdecker
  • 7. Mai: Handwerker für Hessen: Tischler
  • 14. Mai: Handwerker für Hessen: Gerüstbauer
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Michael Draeger
Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail:
michael.draeger@hr.de