hessenschau

Die „Hessenschau“ geht auch in diesem Jahr auf Sommertour. Vom 23. bis 29. August berichtet sie immer um 19.30 Uhr im hr-fernsehen aus sieben verschiedenen Orten einmal quer durch Hessen.

Die Hälfte der Sendung kommt aus dem jeweiligen Sommertour-Ort und wird Montag bis Donnerstag von Hülya Deyneli und Andreas Hieke sowie Freitag bis Sonntag von Kristin Gesang und Daniel Johé moderiert. Im zweiten Pandemie-Sommer geht die „Hessenschau“ – ohne das sonst vor Ort übliche Live-Publikum – der Frage nach, was getan wird, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzumildern oder gar ins Positive zu drehen. 

Viele Städte und Gemeinden haben nach schwierigen Zeiten durch Lockdowns und eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten mit Leerständen in den Innenstädten zu kämpfen. Das bietet manchmal aber auch die Chance für einen Neustart. Vielerorts sind innovative Ideen entstanden, um die Innenstädte wieder mit neuem Leben zu füllen - sowohl im Einzelhandel als auch kulturell. Einen gesonderten Blick wirft die „Hessenschau“ dabei auch auf die Jugend, die durch Homeschooling und eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten besonders hart von der Corona-Krise getroffen war.  

 Mengerskirchen 23.8.  

Wie vielerorts auf dem Land hatte Mengerskirchen mit Leerstand und Abwanderung zu kämpfen. Doch die Gemeinde hat mit einem breiten Maßnahmenbündel reagiert, um Familien anzulocken: Das neueste ist das Wäller Camp - der Seeweiher hat jetzt einen coolen Strand mit Bar, Volleyballfeld und Wohnmobilhafen. Denn in Corona-Zeiten verbringen viele ihren Urlaub in der Region. Das Ganze ist ein familiäres Start-up, unterstützt von einem Gründerzentrum. Das bietet neben Beratung auch Co-Working-Spaces, also Büroflächen, die für eine begrenzte Zeit zu mieten sind: ungewöhnlich fürs Land. Der neue Campingplatz bietet auch einen modernen Wohnmobilhafen.Vom Campingtrend profitiert auch ein anderer Mengerskirchener Gründer: Jürgen Eckerth baut Wohnmobile aus und kommt seit Corona mit der Arbeit kaum hinterher.  

 Alsfeld 24.8.  

„Die Jugend ist unser Moment“ - das ist für diesen Sommer das Motto in Alsfeld. Das Jugendparlament hat verschiedene Vorschläge gemacht und sie gemeinsam mit der evangelischen Kirche und der Stadt umgesetzt: So ist vor dem ehemaligen Augustinerkloster eine Fläche mit Sand aufgeschüttet und mit Strand-Möbeln bestückt worden, dazu kommt ein Cocktailwagen und schon gibts mitten in Alsfeld eine Chillout-Zone. Außerdem gibt es eine Spiele-Arena, ausgestattet mit allem, was das Zocker-Herz begehrt. Und seit neuestem ist die Stadthalle zur Lasertag-Arena geworden, einen Escape-Room gibt es noch dazu. Alsfeld war eine Woche Modellkommune, als es um die Öffnungen ging - musste dann aber wieder alles schließen. Dennoch hat die Stadt in der Corona-Krise viel gelernt: unter anderem, wie wichtig testen ist.  

 Bebra 25.8.  

Mit einer Fülle von Aktionen versucht die Stadt, wieder ihr Zentrum attraktiv zu machen. So wird mittwochs die Hauptstraße zur Flaniermeile mit Open-Air-Gastronomie: Tische und Stühle auf der Straße, dazu Bands und Chillout-Möbel. Einzelhändler versuchen an Aktionstischen Ware zu verkaufen, die während der Corona-Pandemie liegen geblieben ist. Aber Bebra hat mit dem innerstädtischen Umbau schon lange vor Corona begonnen - mit einem kleinen Einkaufszentrum vor allem mit lokalen Einzelhändlern mitten in der Stadt oder mit dem Umbau des Lokschuppens zu einem Veranstaltungszentrum. Nach einer aufwändigen Sanierung wird demnächst auch der Bahnhof wieder eröffnet, in dem sich dann neben dem Tourismus-Büro auch ein Gründerzentrum mit Co-Working-Flächen befindet. Wer es sportlich mag, für den haben Schülerinnen und Schüler einen Corona-konformen Fitness-Zirkel in der Stadt entworfen. 

 Homberg/Efze 26.8.  

Mit einer „Ideenküche“ will die Stadt Rezepte für die Zukunft kreieren. Dafür gibt es verschiedene kulinarische Aktionen: so ist der Wochenmarkt donnerstags in den Feierabend verlängert worden und mit einem Live-Cooking-Event zum Genussmarkt geworden. In leerstehenden Ladengeschäften sind Popup-Küchen eingerichtet - hier können Bürgerinnen und Bürger gemeinsam kochen, auch um sich kennenzulernen. Denn Homberg/Efze hat ein interessantes Projekt gestartet: mit dem „Summer of pioneers“ wurden Menschen aus der Großstadt geworben, hier in der Provinz einige Monate zu günstigen Mietpreisen zu wohnen, um zu testen, ob das Landleben etwas für sie wäre.  

 Fulda 27.8.  

Fulda will mit einer Innenstadt-Offensive Leben in die Stadt bringen: Die Palette reicht vom Cabrio-Bus bis zum Stadt-Strand. Modell-Charakter hat das Projekt Chancennutzer, das von der IHK Fulda unterstützt wird. Dabei unterstützen jetzt Existenzgründerinnen und Existenzgründer, die durch die Corona-Krise umsatteln mussten, Neugründungen. Ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle sind dabei entstanden: von der Eventmanagerin zur Bonbon-Macherin bis hin zum Regio-Point, der ausschließlich regionale Produkte vermarktet. Auch der Azubi-Campus in Fulda steht für Innovation in Osthessen. Unter dem Motto: „Lernen wie ein Azubi, leben wie ein Student“ ist in Fulda der erste Campus für Auszubildende in Deutschland entstanden. Das Konzept sieht viel Platz zum Wohnen und Lernen, aber auch für Sport und Feiern vor.  

Hanau 28.8. 

Die Entwicklung der Hanauer Innenstadt – vom wettbewerblichen Dialog bis zu Pop-up-Store-Konzepten – findet zunehmend bundesweite Beachtung. Zum Beispiel wird das Programm „Hanau aufLADEN“, mit dem die Stadt seit vergangenem Herbst Leerständen in der Innenstadt begegnet, vielerorts mit Interesse verfolgt. Vor allem die Erfahrungen mit einem Vorkaufsrecht, das der Stadt ein direktes Eingreifen in die Ansiedlung neuer Geschäfte ermöglicht, stößt auf reges Interesse. Auch neue Konzepte in der Gastronomie sind umgesetzt worden. Angedacht als Übergangslösung sind jetzt neue Begegnungsräume entstanden. Innovative Ideen, die selbst bei neuerlichen Kontakt-Beschränkungen Lösungsmöglichkeiten bieten könnten. Zudem blickt die Sendung auf eine eigens entwickelte Lösung zur Unterstützung Kunstschaffender.  

 Darmstadt 29.8. 

Weil die Kultur während der Coronazeit brach lag und Vorhersagen, wie die Pandemie sich entwickelt, noch immer schwierig sind, hat die Stadt eine „Kulturkiste“ angeschafft: eine mobile Bühne, die schnell an unterschiedlichen Plätzen aufgebaut ist und Programm für ein kleineres Publikum bieten kann. Dafür stehen auf der Bühne Bands, Literaten, Comedy-Künstler oder Theater-Gruppen. Ein großes Thema in Darmstadt ist der Klimaschutz. Mit der neuen Koalition will Darmstadt noch umweltfreundlicher werden, dafür wurden Dezernate umgebaut und es werden stetig neue Schritte in diese Richtung gemacht. Zum Beispiel mit der Klimaherzen-App, mit der Bürgerinnen und Bürger für umweltfreundliches Verhalten belohnt werden. Auch bei der Stadtentwicklung wird allen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, mehr Raum eingeräumt. In der Grafenstraße wurde dafür der Autoverkehr zurückgedrängt. Und um dem Mitgliederschwund in den Vereinen beizukommen wird beim Sport- und Spielfest eifrig geworben: fit nach Corona ist jetzt angesagt.

Christian Bender

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Christian Bender
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