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Viele Deutsche haben ein falsches Bild der wirtschaftlichen Situation von Deutschtürken. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks (hr).

Demnach sind 67 Prozent der Befragten der Meinung, Personen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben, seien beruflich und wirtschaftlich genauso  erfolgreich wie andere Menschen in Deutschland. 58 Prozent sagen, Deutschtürken würden ihre Bildungschancen „sehr gut“ oder „eher gut“ nutzen.

Dem stehen Zahlen des Statistischen Bundesamtes entgegen. Demnach sind türkeistämmige Menschen insgesamt deutlich weniger gebildet und weit schlechter ausgebildet als die Mehrheitsbevölkerung. Der Anteil der Hauptschüler unter deutschtürkischen Schülern ist fast doppelt so hoch wie unter der Gesamtheit aller Schüler (2017: 7,5 Prozent zu 4,1 Prozent). Die Quote der 25- bis 35-Jährigen ohne Berufsqualifikation liegt im Schnitt bei 15,3 Prozent, unter Deutschtürken aber bei 42,9 Prozent. Folge ist, dass der wirtschaftliche Erfolg von Deutschtürken deutlich hinterher hinkt – allerdings sinkt der Rückstand seit Jahren deutlich.

Die Umfrage wurde für die Dokumentation „Der Deutschtürken-Report“ durchgeführt, die der hr am Montag, 10. September, um 22.45 Uhr im Ersten zeigt. Für den Film haben die Autoren Ilyas Meç und Emel Korkmaz Statistiken, Umfragen und Studien ausgewertet.

Weiteres Ergebnis der Umfrage: 31 Prozent der Deutschen glauben, dass sich Deutschtürken stärker mit der Türkei verbunden fühlen, 12 Prozent glauben, dass die Bindung an Deutschland stärker ist. 39 Prozent der Befragten glauben, dass sich Deutschtürken mit Deutschland und der Türkei gleichermaßen stark verbunden fühlen

Michael Draeger
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