Arno Breuer (Joachim Król)

"Lehman. Gier frisst Herz" ist der Titel des Dokudramas, das der Hessische Rundfunk (hr) am Sonntag, 23. September, um 21:45 Uhr im Ersten zeigt. Regie führte Raymond Ley, das Drehbuch stammt von Dirk Eisfeld und Marc Brost. In den Spielszenen sind unter anderem Joachim Król, Mala Emde, Susanne Schäfer und Oliver Stokowski zu sehen.

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zum Download Foto: Joachim Król als Arno Breuer

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Vor zehn Jahren geschieht das Undenkbare. Am 15. September 2008 geht eine der weltweit größten Investmentbanken pleite: Lehman Brothers. An jenem Wochenende im September fällt eine Entscheidung, die wie ein Brandbeschleuniger auf die schwelende Finanzkrise wirkt. Die politisch Verantwortlichen in den USA retten Lehman Brothers 2008 nicht und lösen damit „die schwerste Finanzkrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus“, sagt rückblickend Jean-Claude Trichet, der damalige Chef der Europäischen Zentralbank. Bis heute haben die Folgen dieser Krise mehr als sieben Billionen Euro gekostet. Der politische Preis aber war noch sehr viel höher. Der 15. September 2008 bedeutete für viele der 50.000 Anleger, die ihr Geld in vermeintlich sichere Lehman-Zertifikate investiert hatten, den Verlust ihrer Altersabsicherung, des Spargroschens der Kinder, ihres Ersparten.

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zum Download Foto: Mala Emde ist Nele Fromm

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Das Dokudrama „Lehman. Gier frisst Herz" zeichnet den Countdown bis zum großen Crash vor allem aus der Perspektive der Sparkasse und ihrer Kunden nach – emotional, faktenbasiert, spannend. Die fiktionale Inszenierung beruht auf intensiven Gesprächen mit Insidern. Die Dramatisierung der Fakten wird dokumentarisch eingeordnet durch die Erinnerungen von verantwortlichen Akteuren aus der Bankenwelt und der Politik, durch die Aussagen von Geschädigten und durch historisches Material. In der Mischung aus fiktionaler Verdichtung und Interviews wird verständlich und zugleich emotional erfahrbar, wie es zum 15. September 2008 kam und was dieser Montag ausgelöst hat.

Das Erste zeigt „Lehman. Gier frisst Herz“ am Sonntag, 23. September, um 21.45 Uhr. Der Film ist eine ARD-Koproduktion des hr (Federführung), NDR, BR und rbb mit der Filmproduktion AVE Publishing in Berlin. Regie führte Raymond Ley („Meine Tochter Anne Frank“, „Eine mörderische Entscheidung“), das Drehbuch stammt von Dirk Eisfeld und Marc Brost. Produzent des Films ist Walid Nakschbandi.

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zum Download Foto: Oliver Stokowski und Susanne Schäfer sind die Wirtsleute Büttner

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Der Film richtet den Blick einerseits auf das Schicksal ahnungsloser Bankkunden wie die Wirtsleute Claudia und Torsten Büttner (gespielt von Susanne Schäfer und Oliver Stokowski), die durch die Bankenpleite sämtliche Ersparnisse verlieren, und andererseits auf das Verhalten von Bankberatern, oft nicht minder ahnungslos, die unter Druck von oben zu skrupellosen Verkäufern werden. Darunter der Sparkassenangestellte Arno Breuer (Joachim Król), der gegen sein Bauchgefühl Lehman-Zertifikate verkauft, oder die junge Onlinebankerin Nele Fromm (Mala Emde), die aus übertriebenem Ehrgeiz und auf der Jagd nach fetten Boni rücksichtslos agiert.

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zum Download Foto: Joachim Król als Bankberater Arno Breuer

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Ergänzt werden die Spielszenen durch Interviews mit Zeitzeugen. Zu Wort kommen geschädigte deutsche Bankkunden, aber auch politisch und wirtschaftlich Verantwortliche aus jener Zeit. So der damalige EZB-Chef Jean-Claude Trichet, der damalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, Karl Dannenbaum, Ex-Geschäftsführer von Lehman Deutschland, und Andrew Gowers, der 2008 Kommunikationsdirektor von Lehman Brothers in London war. Die radikale Offenheit in den Interviews überrascht und fesselt zugleich. Entstanden ist ein eindrucksvolles Mosaik von Spielszenen und Zeitzeugeninterviews, das die Relevanz und das Ausmaß der Jahrhundert-Pleite spürbar macht. Ein völlig neuer Blick auf die Ereignisse vom September 2008 und auf das, was dann folgte.

Der Film wurde gefördert von HessenFilm.

Hinweis an die Redaktionen: Weitere Bilder finden Sie in ARD-Foto.

Michael Draeger

Pressereferent hr-fernsehen und hessenschau
Michael Draeger
Telefon: +49 (0)69 155-3527
E-Mail: michael.draeger@hr.de