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Rund 50 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass sich der Antisemitismus in Deutschland wieder ausbreitet. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap hervor, die der Hessische Rundfunk (hr) für den „Antisemitismusreport“ im Ersten (Montag, 22.45 Uhr) in Auftrag gegeben hat.

Demnach sagten 51 Prozent der Befragten, dass sie es nicht sehen, dass die Verachtung von Juden zunehme. 40 Prozent waren der Ansicht, dass sich Antisemitismus ausbreite, und neun Prozent hatten keine Meinung zum Thema. Dieses  Ergebnis spiegelt sich noch deutlicher in der Frage wieder, wie viele Deutsche nach Ansicht der Befragten judenfeindlich eingestellt sind. 80 Prozent der Befragten sagten, dass dies „wenige“ oder „sehr wenige“ Deutsche seien, 13 Prozent sagten „viele“ oder „sehr viele“. Bei den unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten gehen dagegen die Meinungen deutlich auseinander. 82 Prozent der Befragten stellen den Christen ein gutes Zeugnis aus und glauben, dass es unter ihnen nur wenige Antisemiten gibt. Anders bei den Muslimen: Nur 39 Prozent der Deutschen glauben, dass sie nicht antisemitisch eingestellt sind, fast die gleiche Zahl – nämlich 36 Prozent – sind der Meinung, dass in Deutschland lebende Muslime judenfeindlich seien.

Über die Politik des Staates Israels im Nahen Osten wird immer wieder heftig gestritten. Die in diesem Zusammenhang geäußerte Kritik an Israel hängt  für 41 Prozent der Befragten aber nicht mit Judenfeindlichkeit zusammen. Für 32 Prozent hängt sie nur gelegentlich oder selten und für 18 Prozent oft oder sehr oft damit zusammen. 

Zur Umfrage: Vom 3. bis 5. September wurden 1.049 Personen telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozent.