Der Politologe Christoph Butterwegge im Gespräch mit "ttt"
Der Politologe Christoph Butterwegge im Gespräch mit "ttt" Bild © hr

Warum soziale Ungleichheit die Mutter aller Probleme ist, und warum sich die Politik trotzdem nicht an sie heranwagt, darüber hat „ttt“ unter anderem mit dem Politologen Christoph Butterwegge gesprochen. Die Sendung kommt am Sonntag, 11. November, vom Hessischen Rundfunk und ist um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen.

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Die deutsche Konjunktur läuft gut: Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit ist auf einem neuen Tiefstand angekommen, und die Anzahl der Milliardäre nimmt stetig zu. Nicht nur den Superreichen geht es gut, auch die Mehrheit der Deutschen ist laut Vermögensbarometer zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Dennoch fühlen sich hierzulande viele Menschen vom Abstieg bedroht, und das zu Recht. Denn genauer betrachtet profitiert vom wachsenden Wohlstand nur ein Teil der Bevölkerung, der andere lebt in zunehmend prekären Verhältnissen. Auch das wird durch Zahlen belegt. Die Schere zwischen Reich und Arm wird größer. Doch wie kann es sein, dass diese Kluft immer weiter auseinander driftet, ohne als fortwährender Skandal zu gelten? Müsste die Bekämpfung der sozialen Ungleichheit nicht das gesellschaftliche Thema der Stunde sein und ganz oben auf der Agenda aller politischen Parteien stehen? Soziale Ungleichheit ist gemacht, sogar gewollt. War man sich in der alten Bundesrepublik nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise einig, dass es einen starken Sozialstaat braucht, so hat die Politik seit den 80er Jahren – unter dem Einfluss entsprechender Lobbygruppen – daran gearbeitet, den einstmals so stolzen Sozialstaat nach und nach abzubauen und die Wirtschaft zu deregulieren. Ende der 70er Jahre war die bisher größte soziale Gleichheit im Land erreicht, belegen die Statistiken, seitdem driftet die Gesellschaft mit zunehmender Geschwindigkeit auseinander. Das hat Konsequenzen für die Solidarität und den sozialen Frieden. Laufen wir Gefahr, die Grundpfeiler einer offenen und demokratischen Gesellschaft einzureißen?

Warum die soziale Ungleichheit die wahre Mutter aller Probleme ist, und warum sich die Politik trotzdem nicht an sie heranwagt, darüber hat „ttt – Titel, Thesen, Temperamente“ mit dem Politologen Christoph Butterwegge, der Soziologin Cornelia Koppetsch und dem Philosophen Joseph Vogl gesprochen. Die Sendung kommt am Sonntag, 11. November, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Max Moor.

Außerdem bei „ttt“:

Bilder, die man nicht vergisst – Véronique de Viguerie, Kriegsfotografin aus Überzeugung: „ttt“ hat mit der Fotografin über die Menschen gesprochen, die in Krisengebieten jeden Tag ums Überleben kämpfen, und darüber, warum sie selbst immer wieder an diese Orte zurückkehrt.

Antisemitismus hier und heute – Die Historikerin Deborah Lipstadt über den Anschlag von Pittsburgh:„ttt“ hat Deborah Lipstadt in New York getroffen und mit ihr über den Anschlag in Pittsburgh und ihr Buch „Der neue Antisemitismus“ gesprochen.

Mit Straßenmusik zum Erfolg – Die Singer-Songwriterin Alice Phoebe Lou: „ttt“ hat mit Alice Phoebe Lou darüber gesprochen, wie sie in Berlin erwachsen geworden ist. Und wie sie sich dagegen wehrt, sich von der Musikindustrie instrumentalisieren zu lassen.

„Reise nach Jerusalem“ – Eine filmische Metapher zur modernen Arbeitswelt: „ttt“ hat Regisseurin Lucia Chiarla in Berlin getroffen und ist mit ihr der Frage nachgegangen, wie sich Menschen fühlen, die ihre Arbeit verlieren, die sich nichts mehr leisten können, die jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de