Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando
Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando Bild © hr

Europas Probleme kristallisieren sich am Mittelmeer, und genau hier ist die Wanderbiennale Manifesta 12 zu Gast: in der sizilianischen Hauptstadt Palermo. „ttt“ war vor Ort, hat Bürgermeister Leoluca Orlando und die Macher der Manifesta getroffen, um mit ihnen über die wichtigen geopolitischen, sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit zu sprechen. Die Sendung ist am Sonntag, 8. Juli, um 22.45 Uhr im Ersten zu sehen.

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Gerade veröffentlichten die Vereinten Nationen ihren Flüchtlingsbericht. 2017 waren 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht – drei Millionen mehr als noch im Vorjahr. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr französischer Kollege Emmanuel Macron arbeiten derzeit mit Hochdruck an einer Lösung im europäischen Asylstreit, und obwohl in Italien die Ankunftszahlen dieses Jahr im Vergleich zu 2017 um 80 Prozent gesunken sind, unterstrich die neue, rechtspopulistische Regierung des Landes nochmals ihren harten Kurs: keine Hafeneinfahrt für Schiffe von Hilfsorganisationen.

Schnell wird klar: Europas Probleme kristallisieren sich am Mittelmeer, und genau hier ist die Wanderbiennale Manifesta 12 noch bis zum 4. November zu Gast: In Palermo, der sizilianischen Hauptstadt, die die meisten Deutschen mit süditalienischer Grazie, aber auch mit Müll, Mafia und Flüchtlingsbooten verbinden. Wie kaum eine andere Stadt verkörpert Palermo zurzeit die Komplexität der Probleme Europas: Flüchtlings- und Machtpolitik, die Kluft zwischen Arm und Reich, Kriminalität, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Bürgermeister Leoluca Orlando, der seit Jahrzehnten seine Stadt vom Mafia-Image befreien will und sich mit den Worten „Mobilität ist ein Menschenrecht“ international Achtung verschaffte, hat die Manifesta nach Palermo geholt. Sein Plan: mit Hilfe der Kunst einen kulturellen Wandel zu erzwingen.

„ttt – titel, thesen, temperamente“ war vor Ort und hat den Bürgermeister und die Macher der Manifesta getroffen, um mit ihnen über die wichtigen geopolitischen, sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit zu sprechen. Die Sendung kommt am Sonntag, 8. Juli, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 22.45 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Max Moor.

In Palermo – italienische Kulturhauptstadt 2018 – will die Manifesta nicht nur Positionen zeitgenössischer Kunst zeigen, sondern auch Position beziehen und die ganze Stadt mit einbinden. Rund 50 Künstler und Kollektive haben Kirchen, alte Paläste, den öffentlichen Raum und Gärten in Beschlag genommen und zeigen – in einer Stadt, die seit Jahrhunderten Knotenpunkt vieler Kulturen ist – ihre Werke. Die Manifesta gibt es seit Mitte der 1990er Jahre, sie machte zuvor Halt in Städten wie San Sebastián, Ljubljana, St. Petersburg und Zürich. Das Oberthema für diese Manifesta in Palermo – „The Planetary Garden. Cultivating Coexistence“ – wurde von dem französischen Philosophen und Landschaftsarchitekten Gilles Clément inspiriert. Er initiiert in Palermos Problemviertel Zona Espansione Nord (ZEN) zusammen mit dem Kollektiv Coloco das Projekt „Becoming Garden“ und will dort eine Freifläche, die sonst nur als Müllhalde benutzt wurde, zusammen mit den Anwohnern in einen Garten verwandeln. Die Idee: Wie einen Garten müssen wir auch unsere menschlichen Beziehungen kultivieren und pflegen.

Außerdem bei „ttt“:

Ein Land in der Krise – Geflüchtete, symbolische Politik und die Macht von Sprache: „ttt“ hat Elisabeth Wehling, deren Forschungsbereich die politische Werte-, Sprach- und Kognitionsforschung ist, den Spiegel-Journalist Georg Diez und den Soziologen Stephan Lessenich getroffen und gefragt: Ist die sogenannte „Flüchtlingskrise“ nicht eigentlich eine Krise der Menschlichkeit?

Verklärte Geschichtspolitik – Polens patriotischer Blick auf die Vergangenheit: „ttt“ hat mit Maciej Sobieszczański, Regisseur des Historiendramas „Zgoda“, und mit dem Kulturphilosophen Andrzej Leder in Warschau über den neuen Blick auf Polens Geschichte gesprochen.

Es wird Zeit, die Weichen zu stellen – Richard David Precht und die Wege in eine bessere Zukunft: „ttt“ stellt seinen aktuellen Bestseller „Jäger, Hirten, Kritiker“ vor und wollte wissen, warum die Debatte über die digitale Gesellschaft und unsere Zukunft endlich geführt werden muss.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de