Bettina Borgfeld
Die Regisseurin Bettina Borgfeld im Gespräch mit "ttt" Bild © hr

„ttt“ hat die Regisseurin Bettina Borgfeld getroffen und mit ihr über die Dreharbeiten zum Dokumentarfilm "Was kostet die Welt" gesprochen. Die Sendung ist am Sonntag, 5. Mai, um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen.

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Die Insel Sark ist ein kurioser Sonderfall. Gelegen im Kanal vor der Bretagne, zwischen Jersey und Guernsey, gehört die Insel zwar zu Europa, aber nicht zu Großbritannien, sondern der britischen Krone. Ein „gallisches Dorf“ mitten im Meer, 500 Einwohner, 5,5 Quadratkilometer klein und mit seiner jüngsten Geschichte eine Parabel auf das Verhältnis von Finanzkapital und Demokratie in der globalisierten Welt. Die Lage – mittendrin und außen vor (den europäischen Steuergesetzen) – machte die Insel herausragend attraktiv für zwei Milliardäre, die aus dem Eiland ein neues Steuerparadies machen wollten. Leider konnten sie bei diesem Vorhaben die Inselbewohner und ihre Lebensweisen nicht wirklich gebrauchen.

Der Dokumentarfilm „Was kostet die Welt“ erzählt vom Vorgehen der Brüder David und Frederick Barclay gegen die Bewohner von Sark. Wie sie die Insel Stück für Stück kaufen, die Bewohner verdrängen und gegen jene, die sich nicht verdrängen lassen, Anwälte und Journalisten in Stellung bringen. Wie unter einem Mikroskop zeigt die Geschichte der Insel, was passiert, wenn lokale und regionale Politik den international agierenden Wirtschaftskräften nicht gewachsen ist. Wenn demokratische und öffentliche Institutionen nicht funktionieren und nach und nach oligarchischen Strukturen weichen. „Was kostet die Welt“ ist damit auch eine Parabel auf ein Europa, in dem zum Beispiel noch immer keine wirksamen Mechanismen existieren, um globale Plattform-Konzerne wie Google oder Apple zu regulieren.

„ttt – Titel, Thesen, Temperamente“ hat die Regisseurin Bettina Borgfeld zum Interview getroffen. Sie erzählt nicht nur von ihren Recherchen und Dreharbeiten auf der Insel, sondern auch davon, wie sie selbst von den Barclay-Brüdern denunziert, eingeschüchtert und bedroht wird. Die Sendung kommt am Sonntag, 5. Mai, vom Hessischen Rundfunk (hr) und ist um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen; es moderiert Evelyn Fischer.

Außerdem bei „ttt“:

„Die große Heuchelei“ – Jürgen und Frédéric Todenhöfer und ihr großes Friedens-Plädoyer: In ihrem aktuellen Buch berichten Vater und Sohn von ihren Reisen in die gefährlichsten Krisengebiete der Welt, sie reisen dorthin, wohin andere gar nicht kommen – oder erst gar nicht versuchen, dorthin zu gehen. „ttt“ zeigt exklusive Filmaufnahmen der Todenhöfers aus Mossul und dem Jemen.

Was sollen Algorithmen können dürfen? – Trevor Paglen und die universelle Überwachung: Paglen ist der erste Künstler, der einen Satelliten in den Himmel geschossen hat, den „Orbital Reflector“ – ein millionenteures Kunstprojekt, das mit seinem reflektierenden, blinkenden Sonnensegel am Himmel darauf aufmerksam machen soll, wie wir All-umfassend überwacht werden. Auf der Erde arbeitet Paglen derweil am selben Thema, der digitalen Überwachung. „Sight Machine“ heißt das Projekt, das er zusammen mit dem Kronos Quartett auf die Bühne bringt. „ttt“ war beim Start des Satelliten und beim Auftritt des Quartetts dabei.

James Blake – Der „Sad Boy“, der nicht länger traurig sein will, und sein neues Album „Assume Form“: Im Interview mit „ttt“ spricht Blake über depressive Phasen, über Männer und Verletzlichkeit, und kritisiert erstmals offen in einem TV-Interview das Sad-Boy-Image, das die Traurigkeit glorifiziere und gerade in der Musikindustrie Künstler in den Suizid treibe.

Marco Möller
Marco Möller Bild © hr/Ben Knabe

Pressereferent hr-fernsehen und Das Erste
Marco Möller
Telefon: +49 (0)69 155-4401
E-Mail: marco.moeller@hr.de